100 Jahre Einsatzbereitschaft: Ostendorfer Feuerwehr feiert Jubiläum mit Auszeichnungen und Zukunftsplänen
Francesco Heinrich100 Jahre Einsatzbereitschaft: Ostendorfer Feuerwehr feiert Jubiläum mit Auszeichnungen und Zukunftsplänen
Am Donnerstagabend fand im Dorfgemeinschaftshaus Ostendorf die Jahresversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Bremervörde statt. Gleichzeitig wurde das 100-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Ostendorf gefeiert. Delegierte, Vorstandsmitglieder und Gäste kamen zusammen, um über aktuelle Entwicklungen, Auszeichnungen und die Herausforderungen des lokalen Feuerwehrwesens zu sprechen.
Henning Herzig, erster Vorsitzender des Verbandes, eröffnete die Versammlung und begrüßte prominente Gäste, darunter Kreisbrandmeister Peter Dettmer und seinen Stellvertreter Jürgen Runge. Weitere Teilnehmer waren Thorsten Küver, Thorsten Noetzelmann, Nico Burfeind sowie Vertreter aus dem gesamten Landkreis.
Der Verband, dem 5.243 Mitglieder angehören – darunter 4.271 aktive Einsatzkräfte, 532 Jugendfeuerwehrmitglieder, 222 Kinder der Bambinifeuerwehr und 190 Musiker in Feuerwehrkapellen –, blickte auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Allein im Jahr 2026 haben bereits sieben Feuerwehren im Landkreis Bremervörde technische Einsätze durchgeführt, darunter die Wehren aus Bützfleth, Fredenbeck, Schwinge, Stade, Wiepenkathen, die Kreisfeuerwehr Stade sowie die Feuerwehr Bremervörde, die am 21. Januar zu einem Einsatz ausrücken musste.
Im Rahmen des Abends wurden mehrere Auszeichnungen verliehen, darunter die Ehrenmedaille des Kreisfeuerwehrverbandes, das Silberne Ehrenabzeichen des Deutschen Feuerwehrverbandes sowie die Silberne und Bronzene Ehrennadel des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen. Zudem wurde Mario Wintjen einstimmig zum Beisitzer für die Samtgemeinde Sittensen gewählt, während Torben Henning die Ehrenmitgliedschaft erhielt.
Ein weiterer Schwerpunkt der Versammlung waren aktuelle regulatorische Änderungen. Im April trat eine neue Uniformverordnung für die Feuerwehren in Kraft, deren Umsetzung jedoch in das Ermessen der Kommunen gestellt wird. Im November wurden zudem Anpassungen im Brandschutzgesetz vorgenommen, die die ehrenamtliche Arbeit, Ausbildungsstandards und die Ausstattung der Wehren stärker in den Fokus rücken.
Auf operationeller Ebene verzeichnete das Sommerlager des Verbandes in Sittensen mit 460 Teilnehmenden großen Zuspruch. Die Rolle von Frauen in der Feuerwehr wurde insgesamt positiv bewertet, auch wenn einige Abteilungen nach wie vor Vorbehalte gegen die Aufnahme weiblicher Mitglieder haben. Angesichts extremer Wetterereignisse und Stromausfälle hat der Begriff Katastrophenschutz an Bedeutung gewonnen – dies unterstreicht die Forderung nach einem modernen, besser koordinierten Ansatz in der Gefahrenabwehr.
Auch sportliche Erfolge wurden gewürdigt: Die Feuerwehren aus Kalbe und Klein Meckelsen erreichten bei den Landeswettkämpfen in Duderstadt vordere Platzierungen in den Top 10 und demonstrierten damit ihr Können und ihre Vorbereitung.
Die Versammlung endete mit einem Appell, Tradition und Anpassungsfähigkeit gleichermaßen zu stärken. Neue Vorschriften, kontinuierliche Ausbildung und Wettbewerbserfolge prägten die Diskussionen, ebenso wie die Forderungen nach mehr Inklusion und einer besseren Vorbereitung auf Großschadenslagen. Mit über einem Jahrhundert Einsatzgeschichte der Ostendorfer Wehr und einer aktiven Mitgliederschaft im gesamten Landkreis bleibt der Verband auch angesichts moderner Herausforderungen handlungsfähig und zukunftsorientiert.
