20.000 fordern am Frauentag Gleichberechtigung und faire Arbeitsbedingungen in Berlin
Francesco HeinrichFrauentag in Berlin: Lauter Protest für mehr Rechte - 20.000 fordern am Frauentag Gleichberechtigung und faire Arbeitsbedingungen in Berlin
Tausende gingen am Internationalen Frauentag in Berlin auf die Straße, um für Gleichberechtigung zu kämpfen. Die von Gewerkschaften und Frauenorganisationen unterstützte Demonstration zog weit mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmer an als erwartet. Die Protestierenden trugen Schilder, auf denen sie ein Ende der Diskriminierung am Arbeitsplatz und der Gewalt gegen Frauen forderten.
Bis zu 20.000 Menschen versammelten sich – doppelt so viele wie von der Polizei geschätzt, die mit 10.000 gerechnet hatte. Zu den Organisatoren zählten Gewerkschaften, Frauenverbände und Bewegungen wie Omas for Future. Viele Plakate zeigten Solidarität mit dem Widerstand im Iran, etwa mit Parolen wie "Frau, Leben, Freiheit".
Nach Reden am Oranienplatz zog die Menge zur Roten Rathaus, dem Sitz des regierenden Berliner Bürgermeisters. Katja Karger, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), kritisierte die Bundesregierung für den Abbau des Sozialstaats. Sie forderte schärfere Gesetze gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz und setzte sich für das Recht auf Teilzeitarbeit ohne Nachteile ein.
Karger betonte die Notwendigkeit, den Acht-Stunden-Tag zu erhalten und Beschäftigte vor Ausbeutung zu schützen. Für den Nachmittag waren in der Stadt weitere Proteste geplant.
Die Demonstration unterstrich die anhaltenden Forderungen nach fairen Arbeitsbedingungen und stärkerem Schutz für Frauen. Mit einer Beteiligung, die die ursprünglichen Erwartungen weit übertraf, machten Organisatorinnen, Organisatoren und Teilnehmende ihre Botschaft unmissverständlich klar. Weitere Aktionen sollen den Druck auf die Politik aufrechterhalten.
