Agroforstwirtschaft könnte Niedersachsens ausgehöhlte Böden und Artenvielfalt retten
Agroforstwirtschaft könnte Niedersachsens ausgehöhlte Böden und Artenvielfalt retten
Niedersachsen steht vor wachsenden Umweltbelastungen durch intensive Landwirtschaft
Düngemittelbelastung, Bodenabbau und schwindende Artenvielfalt – die intensive Landwirtschaft setzt Niedersachsens Natur zunehmend zu. Eine neue Studie zeigt nun, dass Agroforstwirtschaft, die Kombination von Bäumen und Sträuchern mit Ackerbau oder Weidewirtschaft, auf fast allen landwirtschaftlichen Flächen der Region eine praktikable Lösung bieten könnte.
Das Konzept verspricht mehr Klimaresilienz, besseren Schutz für Böden und Gewässer sowie eine Stärkung der lokalen Ökosysteme. Doch Hindernisse bleiben: strenge Auflagen für Ackerflächen und hohe Kosten für die Umstellung von Pachtland erschweren die Umsetzung.
Die Folgen der intensiven Bewirtschaftung sind in Niedersachsen überall spürbar. Nitrat- und Pestizideinträge, degradierte Böden und schrumpfende Lebensräume prägen die Landschaft. Während im Norden Windrosion ein Problem darstellt, kämpft der Süden mit Wassererosion – Herausforderungen, denen Agroforstsysteme entgegenwirken könnten.
Durch das Anpflanzen von Baum- und Strauchstreifen alongside von Feldern ließen sich Nitratbelastungen in Böden und Gewässern reduzieren, gleichzeitig würde Kohlenstoff gebunden. Solche Systeme bieten zudem Rückzugsräume für Wildtiere, etwa als Nistplätze und Nahrungsquellen für Vögel. Fast ein Drittel der landwirtschaftlichen Flächen Niedersachsens könnte laut aktuellen Erkenntnissen von solchen Maßnahmen mehrfach profitieren.
Doch der Umstieg auf Agroforstwirtschaft gestaltet sich schwierig. Große Teile des Ackerlands stehen unter Schutzstatus, was vor der Einführung neuer Systeme eine sorgfältige Prüfung erfordert. Hohe Anfangsinvestitionen und die weit verbreitete Pacht von Flächen schrecken viele Landwirt:innen zusätzlich ab.
Das Land hat zwar Mittel für bis zu 6.750 Hektar Gehölzflächen bereitgestellt – bei einem durchschnittlichen Anteil von zehn Prozent Agroforstwirtschaft wären das 67.500 Hektar. Doch bis Mitte 2025 gibt es keine gesicherten Zahlen, wie viel Fläche tatsächlich umgestellt wird. Die Verzögerung zeigt die Kluft zwischen ambitionierten Zielen und der realen Umsetzung.
Niedersachsens vielfältige Landschaften – vom Nationalpark Harz bis zum Wattenmeer – erhöhen die Komplexität. Zwar könnte Agroforstwirtschaft in vielen Regionen gut funktionieren, doch der Ausgleich zwischen ökologischem Nutzen und landwirtschaftlichen Erfordernissen bleibt eine heikle Aufgabe.
Agroforstwirtschaft bietet eine klare Chance, Niedersachsens Ackerland zu revitalisieren, gleichzeitig das Klima zu schützen und die Artenvielfalt zu bewahren. Die Förderpläne des Landes signalisieren starke Unterstützung, doch die praktische Umsetzung hängt davon ab, rechtliche, finanzielle und technische Hürden zu überwinden.
Ohne konkrete Daten zur Umsetzung bis 2025 bleibt der Erfolg dieser Bemühungen ungewiss. Landwirt:innen, Politiker:innen und Grundbesitzer:innen müssen nun gemeinsam handeln, um aus dem Potenzial Wirksamkeit zu machen.
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