Altenpfleger kämpft um seine Zulassung nach Betrugsverurteilung
Wie unzuverlässig darf ein Altenpfleger sein?
Anzeiger Vor dem Verwaltungsgericht Hannover kämpft ein Altenpfleger um seine berufliche Zukunft. Der Mann wurde wegen Betrugs verurteilt.
2. Dezember 2025, 10:00 Uhr
Dieter G., ein 62-jähriger Altenpfleger, wehrt sich gegen den Entzug seiner Berufserlaubnis und die Schließung seines Pflegeunterstützungszentrums – nach einer Verurteilung wegen Betrugs. Das Landesamt für Soziales, Jugend und Familie in Niedersachsen hatte ihm 2022 die Zulassung entzogen, doch G. hält die Maßnahme für unverhältnismäßig im Vergleich zu seinen Verfehlungen.
2022 wurde G. in neun Fällen des Abrechnungsbetrugs schuldig gesprochen: Er hatte Pflegeleistungen in Rechnung gestellt, die nie erbracht worden waren. Die Behörde wertete dies nicht als einfache Fehler, sondern als vorsätzliche Täuschung. G. jedoch argumentiert, dass verzögerte Zahlungen der Versicherer ihn in finanzielle Not gebracht hätten, was schließlich zu ausstehenden Rechnungen führte.
Aktuell darf G. unter Auflagen weiterarbeiten – seine berufliche Zukunft hängt jedoch davon ab, ob er die Bedingungen eines Vergleichs einhält. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die anhaltenden Spannungen zwischen Pflegeanbietern und Kostenträgern bei Abrechnungsstreitigkeiten. Gleichzeitig bleibt die Pflegebranche ein Risikobereich für Betrugsfälle, den die Behörden weiterhin genau beobachten.
