24 March 2026, 06:24

Apothekensterben in Deutschland: Immer mehr Gemeinden ohne Medikamentenversorgung

Ein Apothekenschild mit der Aufschrift "Die Generikapotheke" vor einem Gebäude, umgeben von städtischen Elementen unter einem klaren blauen Himmel.

Apothekensterben in Deutschland: Immer mehr Gemeinden ohne Medikamentenversorgung

Lokale Gesundheitsversorgung in Deutschland gerät unter Druck: Apothekensterben beschleunigt sich

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Die lokale Gesundheitsversorgung in Deutschland steht vor wachsenden Herausforderungen, da die Schließung von Apotheken rasant zunimmt. Seit 2013 hat fast jede fünfte Apotheke dichtgemacht – viele Gemeinden haben dadurch keinen einfachen Zugang mehr zu Medikamenten. Im Landkreis Darmstadt-Dieburg setzen Behörden nun auf eine engere Verzahnung von Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) und den verbleibenden Apotheken, um weitere Versorgungslücken zu verhindern.

Die Zahlen zeigen einen drastischen Rückgang der Apothekenverfügbarkeit: Gab es 2013 noch rund 20.800 Apotheken in Deutschland, wird ihre Zahl bis 2025 auf 16.601 sinken – ein Verlust von etwa 4.200. Allein seit 2020 hat sich die Gesamtzahl um 12 Prozent verringert. Besonders betroffen sind ländliche Regionen und Ostdeutschland. Hessen verzeichnete innerhalb von 13 Jahren einen Rückgang von fast 20 Prozent. Dortmund verlor zwischen 2012 und 2024 sogar 24 Prozent seiner Apotheken, und in über 20 Kommunen gibt es mittlerweile gar keine mehr.

Landrat Klaus Peter Schellhaas hat im Landkreis Darmstadt-Dieburg mit der Einrichtung von zwei MVZ gegensteuert, um die medizinische Grundversorgung zu sichern. Seine Initiative findet Rückhalt bei der SPD-Kandidatin Christel Sprößler, die sein Engagement fortsetzen will. Sie betont, die lokale Gesundheitsversorgung sei eine gesellschaftliche Pflicht. Dr. Nojan Nejatian, Inhaber der Heegbach-Apotheke in Erzhausen, unterstreicht, wie entscheidend ein intaktes Apothekennetz für die öffentliche Gesundheit und die Lebensqualität ist.

Nejatian plädiert zudem dafür, dass neue MVZ enger mit Apotheken kooperieren. Eine solche Verknüpfung könnte die Versorgung beschleunigen und Bürokratie abbauen. Plötzliche Apotheken-Schließungen dürfen Patienten nicht im Stich lassen – ein Szenario, das die Verantwortlichen unbedingt vermeiden wollen. Der Erhalt der grundlegenden Apothekenstruktur bleibt daher oberste Priorität, um die Stabilität der lokalen Gesundheitsversorgung zu wahren.

Der Schwund an Apotheken offenbart die Verwundbarkeit der regionalen Gesundheitsysteme. Durch die Verbindung von MVZ mit einem zuverlässigen Apothekennetz soll eine schnellere und individuellere Versorgung ermöglicht werden. Ohne Gegenmaßnahmen drohen jedoch immer mehr Gemeinden, den Zugang zu lebenswichtigen medizinischen Leistungen zu verlieren.

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