06 March 2026, 10:25

Apotheker konfrontiert Grüne-Sprecherin: "Was haben Ihnen lokale Apotheken getan?"

Ein Plakat mit Text über Preisdifferenzen bei Arzneimitteln im Jahr 2022, das ein paar Flaschen und eine Spritze zeigt.

Apotheker konfrontiert Grüne-Sprecherin: "Was haben Ihnen lokale Apotheken getan?"

In Deutschland entbrennt eine hitzige Debatte über die Zukunft der örtlichen Apotheken. Zafer Arslan, Inhaber der Apotheke an der Post in Wermelskirchen, konfrontiert die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen, Paula Piechotta, nach ihrer Kritik am Apotheken-Versorgungsstärkungsgesetz. Der Wortwechsel spiegelt die wachsenden Spannungen wider, während die Zahl der Apotheken sinkt und der finanzielle Druck steigt. Auslöser des Streits ist Piechottas Kritik am Gesetzesentwurf während der ersten Lesung im Bundestag. Arslan antwortet ihr mit einer direkten E-Mail, in der er ihre Ablehnung der lokalen Apotheken hinterfragt und wissen will, was diese ihr persönlich angetan hätten. Statt einer pauschalen Abwertung des Berufsstandes fordert er eine sachliche Diskussion auf Basis von Fakten. Arslan betont, dass Apotheken weit mehr leisten als nur die Abgabe von Medikamenten. Dazu gehören persönliche Beratung, Not- und Bereitschaftsdienste sowie unternehmerische Risiken. Viele Apotheken kämpfen jedoch ums Überleben, da sie unter wirtschaftlichem Druck stehen und es keine automatische Inflationsanpassung gibt. Der Apotheker verweist zudem auf jüngste Gehaltserhöhungen in anderen Gesundheitsberufen: Ärzte erhalten 2025 eine Steigerung von 3,85 Prozent und 2026 von 2,8 Prozent, während Abgeordnete 2023 um 6 Prozent, 2024 um 5,4 Prozent und 2025 um 4,2 Prozent mehr verdienen. Arslan fragt, warum ähnliche Gebührenerhöhungen für Apotheken auf mehr Widerstand stoßen. Piechotta verteidigt ihre Haltung mit dem Argument, eine pauschale Erhöhung der Festzuschläge würde vor allem großen, umsatzstarken Apotheken unrechtmäßig zugutekommen. Unterdessen zeigen offizielle Zahlen einen Rückgang der Apothekenzahl von 20.662 im Jahr 2013 auf 17.288 im Juli 2024 – mit einer Prognose von 16.601 bis Ende 2025. Der Konflikt unterstreicht die grundsätzlichen Bedenken zur Zukunftsfähigkeit der Apotheken vor Ort. Angesichts weiterer Schließungen und ungelöster Finanzprobleme wird die Debatte über faire Förderung und Dienstleistungsangebote voraussichtlich anhalten. Beide Seiten bleiben in ihren Positionen unverrückbar, während das Gesetz durch den Bundestag geht.

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