ASD Herbstkonferenz: "Schulen können Gewaltphänomene nicht allein lösen"
Francesco HeinrichASD Herbstkonferenz: "Schulen können Gewaltphänomene nicht allein lösen"
ASD-Herbstkonferenz: „Schulen können Gewaltphänomene nicht allein lösen“
OLDENBURG. Der Allgemeine Schulleiterverband Deutschlands (ASD) hat in Oldenburg seine Herbsttagung abgehalten – im Mittelpunkt stand das Thema Schulgewalt.
OLDENBURG. Schulleitungen und Bildungspolitiker trafen sich in Oldenburg zur Herbstkonferenz des Allgemeinen Schulleiterverbands Deutschlands (ASD). Im Fokus der Veranstaltung standen die Bekämpfung von Gewalt an Schulen sowie die Verbesserung der Bildungsqualität durch bessere Abstimmung und gezielte Investitionen. Zu Wort kamen Vertreter aus Landesbehörden, Wissenschaftler und Bildungsexperten.
Eröffnet wurde die Konferenz mit einer Debatte über die wachsenden Herausforderungen im Schulsystem. Prof. Dr. Andreas Beelmann präsentierte Forschungsergebnisse zu psychosozialen Belastungsfaktoren, Radikalisierungsrisiken und der Wirksamkeit von Präventionsprogrammen. Seine Studien unterstreichen den Bedarf an zielgerichteten Maßnahmen zur Unterstützung gefährdeter Schülerinnen und Schüler.
Sven Winkler, Bundesvorsitzender des ASD, forderte engere Partnerschaften und klare politische Leitlinien, um Schulgewalt wirksam zu begegnen. Er betonte, dass nachhaltige Lösungen politische Rückendeckung, entschlossenes Handeln und ausreichend Zeit für die Umsetzung erforderten. Ohne diese Voraussetzungen, warnte er, blieben Fortschritte begrenzt. Stephan Ertner, Staatssekretär im Niedersächsischen Kultusministerium, stellte die Initiative „Freiräume-Prozess Niedersachsen“ vor, die von Bildungsministerin Julia Willie Hamburg ins Leben gerufen wurde. Das Projekt zielt darauf ab, Schulleitung und Bildungsqualität durch Digitalisierung und professionelle Vernetzung zu stärken. Ertner hob hervor, wie eine bessere Zusammenarbeit zwischen Verwaltungsebenen substanzielle Veränderungen vorantreiben könne.
Die Teilnehmer waren sich einig, dass eine engere Kooperation zwischen Politik, Schulbehörden und Schulleitungen unverzichtbar ist. Zudem wurde der Bedarf an dauerhafter Finanzierung in zentralen Bereichen wie Gewaltprävention, digitaler Infrastruktur und Führungsqualifizierung betont.
Die Konferenz endete mit dem gemeinsamen Bekenntnis zu stärkeren politischen Rahmenbedingungen und gezielten Investitionen. Schulleitungen und Verantwortliche räumten ein, dass die Bewältigung von Gewalt und die Verbesserung der Bildung nur durch kontinuierliche Zusammenarbeit gelingen können. Die Initiative „Freiräume-Prozess Niedersachsen“ wird nun als Teil dieser Bemühungen vorangetrieben.
