Asse-Endlager: Rückholung von 126.000 Atommüll-Fässern auf unbestimmte Zeit verschoben
Dora CichoriusVerwaiste Kernmüllendlager Asse - Beginn der Bergung verschoben - Asse-Endlager: Rückholung von 126.000 Atommüll-Fässern auf unbestimmte Zeit verschoben
Die Bergung von 126.000 Fässern mit radioaktivem Abfall aus dem deutschen Endlager Asse wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Die ursprünglichen Pläne, die Rückholung ab 2033 zu beginnen, sind aufgrund anhaltender Unsicherheiten gescheitert. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) gibt nun zu, keinen neuen Zeitplan für die Aktion festlegen zu können.
Die Anlage Asse, die zwischen den 1960er- und 1970er-Jahren genutzt wurde, lagert schwach- und mittelradioaktive Abfälle in 13 unterirdischen Kammern. 2020 hatte die BGE einen Starttermin für 2033 vorgeschlagen – bei Kosten von über drei Milliarden Euro. Doch der Plan blieb vage und enthielt weder detaillierte technische noch finanzielle Bewertungen. Viele der damaligen Schätzungen mussten inzwischen nach oben korrigiert oder als zu optimistisch eingestuft werden.
Die Verantwortung für das Projekt ging 2020 vom Bundesamt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) auf die BGE über, die 2017 gegründet worden war. Seitdem leitet die BGE die Arbeiten in Abstimmung mit dem Bundesumweltministerium, dem Land Niedersachsen und dem Bundesamt für kerntechnische Entsorgung (BfE). Trotz dieser Neuordnung kommt das Vorhaben jedoch nicht voran.
Nach deutschem Recht muss das Endlager Asse unverzüglich stillgelegt werden, was den Druck auf die BGE erhöht. Dennoch fehlt weiterhin eine umsetzbare Strategie. Im April soll ein Update zur Planung vorgelegt werden, konkrete Zusagen gibt es jedoch nicht.
Durch die unbestimmte Verzögerung bleiben die 126.000 Fässer mit Atommüll vorerst unter der Erde. Ohne überarbeiteten Zeitplan schwebt das Stilllegungsverfahren weiter in der Schwebe. Der nächste Bericht der BGE im April könnte zeigen, ob ein neuer Termin für die Bergung festgelegt werden kann.