Atomfonds-Chefin fordert radikale Rentenreform nach schwedischem Vorbild
Francesco HeinrichAtomfonds-Chefin fordert radikale Rentenreform nach schwedischem Vorbild
Anja Mikus, die seit 2017 den staatlichen deutschen Atomfonds Kenfo leitet, setzt sich für tiefgreifende Reformen des Rentensystems in Deutschland ein. Sie plädiert für eine stärkere Ausrichtung auf Aktieninvestitionen und verweist dabei auf das erfolgreiche schwedische Modell als Vorbild. Ihre Vorschläge zielen darauf ab, alle versicherten Arbeitnehmer einzubeziehen – selbst solche mit geringen Beitragszahlungen.
Derzeit verwaltet Kenfo ein Vermögen von rund 26,5 Milliarden Euro, das bis zum Jahr 2100 die Lagerung radioaktiver Abfälle aus den stillgelegten deutschen Atomkraftwerken finanziert. Mikus jedoch hat sich nun der Rentenreform zugewandt und argumentiert, dass eine stärkere Kapitalmarktorientierung mehr Menschen zugutekäme.
Als funktionierendes Beispiel führt sie den schwedischen Staatsfonds AP7 an, der ein umlagefinanziertes Rentensystem mit Kapitaldeckung verbindet. Mikus betont, dass das Vertrauen der Bevölkerung in das System wächst, wenn die Ergebnisse sichtbar werden. Ihr Plan sieht ein verpflichtendes, aktienbasiertes Rentensystem vor, das alle Versicherten unabhängig von ihrem Einkommen umfasst.
Laut Mikus würde ein solches System die langfristige finanzielle Absicherung verbessern. Selbst kleine Beiträge könnten ihrer Meinung nach im Laufe der Zeit zu bedeutenden Ersparnissen anwachsen.
Der Vorschlag würde einen Wandel hin zu einer stärker aktiengestützten Altersvorsorge in Deutschland einläuten. Sollte er umgesetzt werden, könnte er die Art und Weise, wie Millionen für den Ruhestand sparen, grundlegend verändern. Mikus’ Ideen basieren auf ihren Erfahrungen mit der Verwaltung groß angelegter, langfristiger Fonds bei Kenfo.






