04 January 2026, 16:38

Ausstellung in Wolfenbüttel hinterfragt Klischees über **Frauen** aus Ost und West nach 30 Jahren Einheit

Ein Foto Rahmen an der Wand zeigt ein Gemälde von mehreren Frauen in einem Raum in verschiedenen Aktivitäten.

Ausstellung in Wolfenbüttel hinterfragt Klischees über **Frauen** aus Ost und West nach 30 Jahren Einheit

Neue Ausstellung im Bürger Museum Wolfenbüttel hinterfragt Klischees über Frauen aus Ost und West

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Unter dem Titel „Frauen im geteilten Deutschland“ eröffnet das Bürger Museum Wolfenbüttel am 15. Januar 2026 eine Ausstellung, die lang gehegte Vorurteile über Frauen aus der DDR und der Bundesrepublik auf den Prüfstand stellt. Über 30 Jahre nach der Wiedervereinigung halten sich noch immer Klischees über Belastbarkeit, Eigenständigkeit und gesellschaftliche Rollenbilder – doch dieses Projekt will die Realität dahinter aufdecken.

Die Schau zeigt an 20 Stationen verschiedene Facetten des Frauenlebens in Ost und West. Während ostdeutsche Frauen oft als selbstbewusst und fortschrittlich galten – mit Vollzeitarbeit als sozialistischer Norm –, prägten im Westen traditionellere Rollenbilder das Bild. Doch die wirtschaftliche Unabhängigkeit vieler DDR-Frauen führte nach 1990 auch zu höheren Scheidungsraten und mehr persönlicher Freiheit. Im Gegensatz dazu blieben im Westen geschlechtsspezifische Rollenmuster länger verankert.

Einen Tag vor der Eröffnung, am 14. Januar um 17:00 Uhr, hält Kuratorin Clara Marz einen Vortrag zur Entstehung der Ausstellung und ihrem Ziel, hartnäckige Fehlwahrnehmungen zu korrigieren. Bis zum 4. Oktober 2026 bleibt die Schau geöffnet und lädt Besucher:innen ein, sich mit den Themen auseinanderzusetzen. Die Ausstellung erscheint zu einer Zeit, in der die Folgen der Wiedervereinigung noch immer diskutiert werden. Durch persönliche Schicksale und historischen Kontext will das Museum über vereinfachende Zuschreibungen hinausgehen und die komplexen Lebensrealitäten von Frauen in der Teilungszeit sichtbar machen.

Mit 20 detaillierten Tafeln präsentiert die Ausstellung Fakten statt Mythen und fördert ein tieferes Verständnis dafür, wie politische Systeme die Identität von Frauen prägten – und bis heute nachwirken. Clara Marz’ Eröffnungsvortrag bildet den Auftakt für eine Debatte über Erinnerung, Fortschritt und die Kluft zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit.