Bär reformiert Wissenschaftszeitverträge – doch BAföG-Änderungen stocken
Francesco HeinrichBär reformiert Wissenschaftszeitverträge – doch BAföG-Änderungen stocken
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär hat Pläne zur Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes angekündigt, um die Regeln für befristete Beschäftigungsverhältnisse an Hochschulen zu verbessern. Gleichzeitig bestätigte sie, dass die lange erwarteten Änderungen am deutschen BAföG-System nicht so schnell umgesetzt werden wie erhofft.
Die Ministerin stellte zudem einen neuen, KI-gestützten Chatbot vor, der Studierenden bei der Prüfung ihrer Anspruchsberechtigung helfen soll. Das Tool soll noch in diesem Jahr an den Start gehen.
Die geplante grundlegende Überarbeitung des BAföG, die ursprünglich für das Wintersemester 2026/27 vorgesehen war, verzögert sich nun. Bär räumte ein, dass politische Prioritäten und Haushaltszwänge den Fortschritt gebremst hätten. Verhandlungen mit den Koalitionspartnern hätten bisher nicht ausreichend Unterstützung für die Reform gebracht, so die Ministerin.
Trotz der Rückschläge bezeichnete Bär das deutsche Hochschulsystem als bereits „sehr förderfreundlich“ und verwies auf gebührenfreies Studium und staatlich finanzierten Hochschulzugang. Sie betonte, dass es nicht ungewöhnlich sei, wenn Studierende nebenbei jobben, und dass Eigenbeiträge zur Finanzierung des Studiums angemessen seien.
Parallel dazu kündigte Bär an, dass demnächst ein KI-Chatbot in das BAföG-Digital-Portal integriert wird. Das Tool soll Studierende durch die Antragsprüfung führen und direkt an den bestehenden BAföG-Rechner anknüpfen, der anonym und unverbindlich die voraussichtliche Förderung berechnet.
Auf einer anderen Ebene treibt die Ministerin eine zügige Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes voran. Der Gesetzentwurf befindet sich bereits in Abstimmung mit den Bundesländern und weiteren Beteiligten; die Verhandlungen verlaufen laut Bär ohne größere Hindernisse.
Der KI-Chatbot soll noch in diesem Jahr online gehen und Studierenden eine einfachere Möglichkeit bieten, ihre BAföG-Optionen zu prüfen. Die umfassenderen Reformen des Fördersystems bleiben jedoch vorerst auf Eis, sodass die aktuellen Regelungen vorerst bestehen bleiben. Die Änderungen am Wissenschaftszeitvertragsgesetz hingegen schreiten voran und sollen die Bedingungen für befristete Beschäftigungen in der Wissenschaft verbessern.






