Baugesetzbuch-Reform beschleunigt Wohnungsbau – doch Kritik bleibt an befristeten Lockerungen
Sylvio ThiesBaugesetzbuch-Reform beschleunigt Wohnungsbau – doch Kritik bleibt an befristeten Lockerungen
Lange erwarteter Kompromiss: Novelle der Baugesetzbuchs ebnet Weg für schnelleren Wohnungsbau
Nach jahrelangen Debatten und einem gescheiterten Reformversuch der Ampelkoalition ist nun eine Einigung auf Änderungen des deutschen Baugesetzbuchs (BauGB) gelungen. Die neuen Regelungen sollen den Wohnungsbau beschleunigen, indem Planungsauflagen gelockert werden – auch wenn Kritiker monieren, dass die Änderungen nur vorübergehend gelten und rechtlich nicht einklagbar sind.
Der Druck zur Reform hatte sich verstärkt, nachdem die Baukostensenkungskommission 2019 ihre Ergebnisse vorgelegt hatte. Seither gestalteten sich die Bemühungen, Bau- und Planungsrecht zu modernisieren, zäh: Solche Vorhaben erfordern breite Zustimmung und brauchen Zeit für die Umsetzung.
Kernpunkte des Kompromisses: Künftig können Wohnprojekte auch ohne verbindlichen Bebauungsplan realisiert werden. Zudem dürfen Bauten von bestehenden örtlichen Baustrukturen abweichen – sofern die Kommune nicht innerhalb von drei Monaten Widerspruch einlegt. Diese „Wohnungsbau-Beschleuniger“-Initiative zielt besonders auf kleinere Mehrfamilienhäuser mit aktivrente bis sechs Wohneinheiten ab und schafft so schnellere Genehmigungswege. Von den erleichterten Vorschriften könnten vor allem zwei Gruppen profitieren: ältere Eigentümer von Einfamilienhäusern und junge Familien, die im Speckgürtel nach Wohnraum suchen.
Parallel hat die Bundesregierung bereits das Förderprogramm „EH55-Plus“ mit einem Volumen von 800 Millionen Euro aufgelegt, um neue Wohnprojekte zu unterstützen. Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), begrüßte die Initiative als „notwendigen Schritt gegen die Wohnungsnot“. Doch der Kompromiss hat Grenzen: Die Lockerungen sind befristet und nicht justiziabel – ein Punkt, den manche als Schwäche sehen. Befürworter argumentieren jedoch, dass sich Finanzierungsbedingungen schnell anpassen ließen, wenn der politische Wille da ist.
Die Novelle eröffnet zwar schnellere Wege für Wohnungsbauvorhaben, besonders dort, wo Bebauungspläne bisher Hürden darstellten. Die Kommunen haben nun drei Monate Zeit für Einwände, was Planern mehr Sicherheit gibt. Ob die zeitliche Befristung der Änderungen jedoch änderung rente 2026 Fortschritte behindert, bleibt abzuwarten.
