Bayerische Bahn am Limit: Warum Verspätungen und Ausfälle immer häufiger werden
Sylvio ThiesBayerische Bahn am Limit: Warum Verspätungen und Ausfälle immer häufiger werden
Bayerns Schienennetz steht vor wachsenden Herausforderungen nach Jahren der Unterfinanzierung. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) warnt, dass sich die Probleme trotz dringenden Modernisierungsbedarfs nicht kurzfristig lösen lassen.
Die Pünktlichkeit im bayerischen Schienenverkehr hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert. 2025 erreichten Fernzüge nur noch eine Pünktlichkeitsquote von 60,1 Prozent, während der Regionalverkehr auf 84,9 Prozent absackte. Damit setzt sich der Negativtrend bei der Zuverlässigkeit im Regionalpersonenverkehr seit 2020 bereits im fünften Jahr in Folge fort.
Fast die Hälfte aller Verspätungen geht auf marode Infrastruktur und laufende Baustellen zurück. Die Folgen sind offensichtlich: Zugausfälle, überfüllte Bahnsteige, überlastete Wagen und verpasste Anschlüsse. Kurzfristige Änderungen an Bauplänen und Fahrplananpassungen belasten zudem Personal und Fahrgäste zusätzlich.
Die GDL unterstützt zwar grundsätzlich die Modernisierung des Schienennetzes, besteht aber darauf, dass zunächst die bestehenden Probleme behoben werden müssen. Die Gewerkschaft betont zudem, dass zuverlässige und klare Fahrgastinformationen heute wichtiger sind denn je.
Die Position der GDL ist klar: Infrastrukturprobleme müssen Vorrang vor einem Ausbau des Angebots haben. Solange diese Mängel nicht behoben werden, dürften sich Verspätungen und Störungen weiter häufen. Fahrgäste und Mitarbeiter tragen weiterhin die Hauptlast eines überlasteten Systems.
