19 June 2026, 10:14

BGH entscheidet über Schufa-Transparenz: Wie offen muss das Scoring sein?

Schufa vor Gericht: Ein veralteter Streit - Mit Konsequenzen für die Zukunft der KI

BGH entscheidet über Schufa-Transparenz: Wie offen muss das Scoring sein?

In Deutschland entbrennt ein Rechtsstreit darüber, wie viel Transparenz die Schufa über ihr Bonitätsbewertungssystem preisgeben muss. Fünf Privatpersonen haben die Auskunftei verklagt und argumentieren, dass die bisherigen Offenlegungen nicht ausreichen. Der Fall liegt nun beim Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe.

Die Schufa führte im März 2023 ein neues Scoring-Modell ein, das auf einer standardisierten Skala von 100 bis 999 basiert und zwölf klar definierte Kriterien nutzt. Ziel ist es, das alte, komplexere System bis Ende 2028 vollständig abzulösen.

Die Kläger fordern tiefere Einblicke in die Logik hinter den Berechnungen. Die Schufa beharrt darauf, dass ihre aktuellen Transparenzmaßnahmen bereits den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Das Gericht muss nun entscheiden, welche Informationen die Auskunftei in einer Datenkopie offenlegen muss, wenn ihr Score vertragsrelevante Entscheidungen beeinflusst.

Im Kern geht es um die Frage, wie transparent algorithmische Entscheidungen nach der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sein müssen. Ab November 2026 werden neue Datenschutzgesetze einen Rahmen für „materielle Scoring-Systeme“ schaffen. Das Urteil könnte die Transparenzpflichten für automatisierte Entscheidungsprozesse in verschiedenen Branchen klären.

Die Entscheidung des BGH wird zeigen, ob die Offenlegungen der Schufa den DSGVO-Standards genügen. Zudem könnte sie einen Präzedenzfall dafür schaffen, wie viel Einsicht Verbraucher in automatisierte Bewertungen erhalten sollten. Die Auswirkungen könnten künftige datenbasierte Bewertungsverfahren in Deutschland und darüber hinaus prägen.

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