Biogas-Diebe vor Gericht: 38 Anlagen in Norddeutschland überfallen
Eine kriminelle Bande, die über Monate hinweg Biogasanlagen in Norddeutschland ausraubte, ist nun vor Gericht gestellt worden. Fünf Beschuldigte – drei Männer und zwei Frauen im Alter von 25 bis 31 Jahren – mussten sich vor dem Landgericht Osnabrück wegen einer Serie von Einbrüchen verantworten, die sich über sechs Monate erstreckte. Die Taten verursachten einen finanziellen Schaden von mehr als 325.000 Euro.
Die Gruppe war zwischen Oktober 2024 und April 2025 aktiv und überfiel mindestens 38 Anlagen. Ihre Ziele waren Biogasanlagen in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen, wobei allein im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Lüneburg neun Vorfälle verzeichnet wurden. Die Diebe konzentrierten sich auf die Entwendung hochwertiger Bauteile, insbesondere Zündkerzen und Katalysatoren, die für Wartungsarbeiten gelagert wurden.
Die Ermittlungen wurden von der Zentralen Kriminalinspektion Lüneburg in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Osnabrück geführt. Alle fünf Angeklagten gestanden während des Verfahrens und lieferten Details, die zur Identifizierung von Mittätern und Hehlern beitrugen. Diese Kooperation führte zu weiteren rechtlichen Schritten gegen Beteiligte des Netzwerks. Am 15. Januar 2026 verkündete das Gericht die Urteile: Vier der fünf Angeklagten wurden verurteilt, drei von ihnen erhielten Haftstrafen, einer eine Bewährungsstrafe. Der Fall des fünften Angeklagten bleibt vorerst ungeklärt; nähere Angaben zu dessen Identität oder Status wurden nicht bekannt gegeben.
Die Bande operierte über mehrere Bundesländer hinweg und traf 25 Anlagen in Niedersachsen, 11 in Schleswig-Holstein und zwei in Nordrhein-Westfalen. Die Verurteilungen markieren das Ende einer konzertierten Aktion zur Zerschlagung einer länderübergreifenden Einbruchsbande. Die Behörden verfolgen weiterhin damit zusammenhängende Fälle, die sich aus den Geständnissen der Gruppe ergeben.
