23 March 2026, 18:25

Böhmermanns provokante Kunstschau zwischen Satire, Politik und Butter-Kohl

Ein buntes Plakat an einer Gebäudewand mit der Aufschrift 'Les Humoristes Journal Hebdomadaire Illustré', das eine Gruppe fröhlicher, lachender Menschen zeigt.

Böhmermanns provokante Kunstschau zwischen Satire, Politik und Butter-Kohl

Jan Böhmermanns aktuelle Ausstellung "Die Möglichkeit der Irrationalität" eröffnete vergangenes Wochenende im Berliner Haus der Kulturen der Welt. Die Schau verbindet Satire, persönliche Geschichte und interaktive Installationen – von Gerichtsakten bis zu einer Butterbüste Helmut Kohls. Besucher sprechen bereits über die mutigen und oft provokanten Exponate.

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Wer die Ausstellung betritt, muss zunächst sein Handy abgeben. Drinnen erwartet die Gäste eine Mischung aus Erinnerungsstücken und neuen Werken, darunter eine Goldene Schallplatte des Rappers Bushido und ein Boxsack, der einst Jan Marsalek von Wirecard gehörte. Drei Installationen nehmen direkten Bezug auf Böhmermanns juristische Auseinandersetzungen: Werke, die an seine Verfahren gegen Erdoğan (2016), Putin (2022) und das jüngste ZDF-Magazin-Verbot (2024) erinnern.

Ein Fernrohr richtet sich auf einen Spiegel und ermöglicht den Blick ins Büro des benachbarten Kanzlers. Daneben zerfetzt eine Maschine alle 28 Minuten ein Stofftier – es sei denn, jemand zahlt 20 Euro und macht ein Selfie. Weitere Höhepunkte sind KI-generierte Aktbilder von CDU-Chef Friedrich Merz und die Nachbildung einer Einbürgerungstest-Situation.

Für leichtere Momente sorgt ein "Indie-Kids-TV-Garten" mit Auftritten von Künstlern wie Domiziana, Mine und Ebow. Eine Raucherkabine bietet echte Zigaretten, während eine große Butterskulptur Helmut Kohls langsam zerfließt. An den Wänden hängen Profilbilder von Böhmermanns Online-Kritikern neben Akten aus früheren Gerichtsverfahren.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 19. Oktober.

Böhmermanns Schau vereint Humor, Politik und Persönliches auf eine Weise, die Besucher herausfordert. Indem er Handys an der Tür einsammeln lässt, zwingt der Künstler die Gäste, sich ganz auf die Werke zu konzentrieren – ob kontrovers, absurd oder einfach unterhaltsam. Die Ausstellung ist bis Mitte Oktober täglich geöffnet.

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