Braunschweig testet CO₂-Abscheidung in Biomasseanlage – ein Meilenstein für Klimaschutz?
Sylvio ThiesBraunschweig testet CO₂-Abscheidung in Biomasseanlage – ein Meilenstein für Klimaschutz?
In Braunschweig läuft ein neues Projekt, das Wege erforscht, um CO2-Emissionen zu reduzieren – indem das Treibhausgas in einer Biomasseanlage abgefangen wird. Die Anlage an der Hamburger Straße verbrennt Altholz zur Energieerzeugung und setzt dabei biogenes CO2 frei. Nun werden Studien durchgeführt, um die besten Methoden zu ermitteln, wie sich dieses Gas einfangen, speichern und transportieren lässt, bevor es in die Atmosphäre gelangt.
Die BS Energy leitet zwei Machbarkeitsstudien im Heizkraftwerk, das mit Biomasse betrieben wird. Die Arbeiten erfolgen im Auftrag von Veolia Deutschland, dem Betreiber des Standorts. Ziel ist es zu prüfen, ob sich die CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS, von engl. Carbon Capture and Storage) an dieser Anlage wirksam eingesetzt werden kann.
Mit CCS-Technologie wird CO2 aus den Abgasen von Kraftwerken herausgefiltert, sodass es nicht in die Luft gelangt. Gelingt das Vorhaben, könnte das abgefangene biogene CO2 sicher unterirdisch gelagert oder in anderen Industrien wiederverwendet werden. Da die Anlage auf diese Weise mehr Kohlenstoff bindet als sie ausstößt, ließe sich möglicherweise sogar eine negative CO2-Bilanz erreichen. Bisher wurden keine weiteren Unternehmen oder Personen im Zusammenhang mit den Studien genannt. Im Mittelpunkt stehen die technischen und logistischen Herausforderungen, CCS an diesem spezifischen Standort umzusetzen.
Das Projekt könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um die Emissionen aus der Biomasseenergie zu verringern. Bestätigen die Studien die Machbarkeit, könnte die Anlage zum Vorbild für ähnliche Einrichtungen werden. Die Ergebnisse werden zeigen, ob sich die CO2-Abscheidung im großen Stil in die bestehende Energieinfrastruktur integrieren lässt.
