Buchhandelspreis 2025: Weimers Streichung dreier Buchhandlungen löst Empörung aus
Leila BlochBuchhandelspreis 2025: Weimers Streichung dreier Buchhandlungen löst Empörung aus
Kulturminister Wolfram Weimer hat drei Buchhandlungen von der Shortlist für den Deutschen Buchhandelspreis 2025 gestrichen. Die Entscheidung löste scharfe Kritik der Gewerkschaft ver.di aus, die darin einen direkten Angriff auf die kulturelle Freiheit sieht. Branchenvertreter solidarisierten sich umgehend mit den ausgeschlossen Häusern.
Weimer begründete den Ausschluss damit, dass die Buchhandlungen gegen Neutralitätsvorgaben verstoßen hätten. Er verwies auf ihre Beteiligung an queeren Lesungen, Black-Lives-Matter-Veranstaltungen und ihre Unterstützung für die Klimaprotestbewegung Letzte Generation. Der Minister berief sich auf verfassungsrechtliche Bedenken, das Beamtenneutralitätsgesetz (§ 4 BeamtStG) sowie die Richtlinien des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels für den Preis.
Betroffen sind unter anderem die Göttinger Buchhandlung Rote Straße und The Golden Shop, die beide mit dem ver.di-Landesverband verbunden sind. Andrea Wemheuer, Vorsitzende des Gewerkschaftsbezirks, verurteilte den Schritt als "katastrophal" und eine Gefahr für die offene kulturelle Debatte. Sie betonte, Buchhandlungen seien unverzichtbare Orte des Austauschs, und die Gewerkschaft stehe fest an der Seite der ausgeschlossen Betriebe.
Die Verlags- und Buchhandelsbranche zeigte sich geschlossen solidarisiert mit den drei Häusern. Wemheuer verwies auf die schnelle Unterstützung durch Branchenvertreter und warf dem Minister vor, die Unabhängigkeit des Juryauswahlverfahrens zu untergraben.
Der Ausschluss sorgte für heftige Reaktionen bei Gewerkschaften und Kultureinrichtungen. Zwar bleiben die Buchhandlungen für künftige Auszeichnungen qualifiziert, doch die Kontroverse wirft Fragen nach politischer Einflussnahme auf Kulturpreise auf. Weimers Entscheidung steht nun vor einer weiteren Prüfung durch Juristen und Branchenexperten.