Bundesregierung blockiert dringenden Ausbau des Hauptbahnhof Hannover – Verkehrschaos droht
Sylvio ThiesBundesregierung blockiert dringenden Ausbau des Hauptbahnhof Hannover – Verkehrschaos droht
Die Bundesregierung steht in der Kritik, weil sie den Ausbau des Schienennetzes verzögert – darunter auch dringend benötigte Modernisierungen am Hauptbahnhof Hannover. Der mangelnde Fortschritt hat scharfe Vorwürfe von Verkehrsverbänden und politischen Akteuren ausgelöst.
Der Hauptbahnhof Hannover wird täglich von über 260.000 Fahrgästen genutzt und bedient rund 750 Fern- und Regionalzüge. Er bleibt damit ein zentraler Engpass für den Schienenverkehr in Norddeutschland.
Swantje Michaelsen, Verkehrspolitikerin der Grünen, warf der Regierung vor, die weitere Planung für den Ausbau des Bahnhofs zu blockieren. Sie kritisierte, dass es keine Mittel für zwei zusätzliche Gleise und einen neuen Bahnsteig gebe, und bezeichnete die Situation als Skandal. Ohne diese Maßnahmen werde sich die Überlastung des Knotenpunkts weiter verschärfen.
Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, nannte das Vorgehen der Regierung „unlogisch“. Der Bündnispartner der Bahnbranche hatte bereits mehrfach die unzureichende Finanzierung von Schienenprojekten angeprangert. Aus Michaelsens Büro hieß es, dass in den jüngsten Verhandlungen zwischen Regierung und DB InfraGO kein einziges Bahnvorhaben in die nächste Planungsphase gelangt sei.
Das Bundesverkehrsministerium drängt nun im Rahmen der laufenden Haushaltsverhandlungen auf höhere Mittel für Neu- und Ausbauprojekte. Doch die Verzögerungen gefährden dringend notwendige Verbesserungen im Schienenverkehr. Fehlen zusätzliche Gleise und Bahnsteige, wird der Hauptbahnhof Hannover weiterhin mit Überlastung kämpfen. Die Grünen warnen, dass zentrale Vorhaben weiter aufgeschoben oder sogar gestrichen werden könnten.






