30 June 2026, 04:13

Bundesregierung verbietet islamistische Gruppe Muslim Interaktiv nach jahrelangem Streit

Altes AfD-Video über die CDU und 'Muslim Interaktiv' geht erneut viral

Bundesregierung verbietet islamistische Gruppe Muslim Interaktiv nach jahrelangem Streit

Die deutsche Bundesregierung hat die Gruppe Muslim Interaktiv verboten, weil sie islamistische Ideologie verbreitet. Die Entscheidung fiel Anfang November 2025, nachdem der Organisation vorgeworfen worden war, staatliche Autorität abzulehnen und den Islam als einziges gesellschaftliches Modell durchsetzen zu wollen.

Erste Vorbehalte gegen Muslim Interaktiv kamen im Mai 2024 auf. Der Hamburger Verfassungsschutz stufte die Gruppe als „gesichert extremistisch“ ein. Zur gleichen Zeit reichte die AfD-Bundestagsfraktion einen Antrag auf ein Verbot der Organisation ein.

Der Bundestag stimmte am 13. Juni 2024 über den Antrag ab. Der Vorstoß scheiterte jedoch am Widerstand von CDU, SPD, FDP, Grünen und der Linken. Noch am selben Tag wurde ein Video im Zusammenhang mit der Gruppe auf Facebook veröffentlicht.

Letztlich verhängte das Bundesinnenministerium im November 2025 das Verbot. Die Behörden begründeten dies mit der Ausrichtung der Gruppe auf extremistische Ziele, die denen der Hizb ut-Tahrir ähnelten – einer Organisation, die in Deutschland seit 2003 verboten ist, weil sie für ein Kalifat nach der Scharia wirbt.

Das Verbot untersagt Muslim Interaktiv jede Tätigkeit in Deutschland. Es folgt auf einen langen politischen und juristischen Prozess, der Geheimdienstbewertungen und parlamentarische Debatten umfasste. Die Gruppe darf ihre Ideologie nun weder über soziale Medien noch über andere öffentliche Kanäle verbreiten.

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