29 June 2026, 18:39

CDU-Politiker Krings zerpflückt Prostituiertenschutz-Kommission als "realitätsfremd"

CDU-Vize Krings kritisiert Kommission zur Prostitutionsreform

CDU-Politiker Krings zerpflückt Prostituiertenschutz-Kommission als "realitätsfremd"

Günter Krings, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und frauenpolitischer Sprecher der Union, hat scharfe Kritik an einer Regierungs-Kommission zur Reform des Prostituiertenschutzgesetzes geübt. Er wirft dem Gremium vor, einseitig besetzt zu sein und sich auf fragwürdige Forschungsergebnisse zu stützen.

Die Kommission war auf Initiative von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) eingerichtet worden, um die deutschen Prostitutionsgesetze zu überprüfen. Doch von Anfang an zeigte sich die CDU/CSU-Fraktion enttäuscht über ihre Zusammensetzung.

Krings moniert, die Arbeit der Kommission spiegle ein verzerrtes Bild der Realität wider. Er verweist darauf, dass in Deutschland lediglich rund 50 Sexarbeiter:innen sozialversicherungspflichtig beschäftigt seien. Zudem stamme der Evaluationsbericht des Gremiums von einem kriminologischen Institut, dessen Leiter gleichzeitig den Vorsitz der Kommission innehat.

Besonders kritisch sieht Krings die Behauptung des Berichts, wonach 25 Prozent der legal gemeldeten Sexarbeiter:innen einen Hochschulabschluss besitzen und 80 Prozent krankenversichert seien. Diese Zahlen hält er für realitätsfern und repräsentativ nur für einen kleinen, privilegierten Ausschnitt der Branche. Seine Schätzung zufolge sind nicht mehr als zehn Prozent der Sexarbeiter:innen offiziell registriert.

Zudem wirft Krings dem Kommissionsvorsitzenden vor, fragwürdige Forschungsergebnisse zu verbreiten. Statt deren Glaubwürdigkeit zu prüfen, versuche dieser nun, die Aussagen nachträglich zu rechtfertigen.

Krings besteht darauf, dass weder die Struktur noch die Forschung der Kommission überzeugend seien. Die Ergebnisse spiegelten nicht die tatsächlichen Verhältnisse in der deutschen Sexarbeit wider. Die CDU/CSU lehnt den Ansatz und die Schlussfolgerungen des Gremiums weiterhin ab.

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