Chaos im Abstiegskampf: Sportgericht urteilt willkürlich über illegale Auswechslungen
Sylvio ThiesChaos im Abstiegskampf: Sportgericht urteilt willkürlich über illegale Auswechslungen
Ein kürzlich ergangenes Sportgerichtsurteil hat den Abstiegskampf in der Regionalliga durcheinandergebracht. Zwei Vereine mussten wegen illegaler Auswechslungen Strafen hinnehmen – doch die Entscheidungen fielen völlig unterschiedlich aus. Die inkonsistente Rechtsprechung hat die Tabelle nun nur noch vier Spieltage vor Schluss auf den Kopf gestellt.
Der FV Diefflen hatte im Spiel gegen den SC Idar-Oberstein eine sechste Auswechslung vorgenommen. Das Sportgericht reagierte, indem es Idar-Oberstein einen 2:0-Sieg zusprach und für Diefflen eine 0:2-Niederlage eintrug. Durch dieses Urteil erhielt Idar-Oberstein drei zusätzliche Punkte und überholte Diefflen in der Tabelle.
In einem separaten Fall hatte der FC Cosmos Koblenz im Derby gegen den FC Rot-Weiß Koblenz einen vierten Wechselspieler eingesetzt. Hier zog das Gericht Cosmos zwar drei Punkte ab, ließ das ursprüngliche Spielergebnis jedoch unverändert. Anders als bei Diefflen wurde keine nachträgliche Ergebnisänderung verhängt.
Die widersprüchlichen Strafen sorgen für Verwirrung, da ähnliche Verstöße zu völlig unterschiedlichen Konsequenzen führten. Währenddessen liegen Rot-Weiß Koblenz und Cosmos Koblenz sicher im Mittelfeld der Tabelle und sind weit vom Abstiegsstrudel entfernt. Betroffen von den Entscheidungen sind hingegen vor allem Vereine aus Ludwigshafen, Dudenhofen und Eisbachtal, die nun noch enger im Abstiegskampf zusammenrücken.
Mit nur noch vier Spielen hat der SC Idar-Oberstein dank des Urteils nun die besseren Karten gegen den FV Diefflen. Die uneinheitliche Rechtsprechung des Sportgerichts hat den Abstiegskampf neu aufgemischt – die betroffenen Vereine müssen ihre Taktik nun anpassen. Am Ende könnte die Tabelle maßgeblich von diesen umstrittenen Entscheidungen abhängen.






