23 January 2026, 18:41

Constanza Macras verabschiedet sich mit Lebwohl, Berlin von der Volksbühne

Eine Schwarz-Weiß-Zeichnung des Reichshallen-Theaters in Berlin, Deutschland, zeigt das Auditorium mit Sitzreihen, Säulen und einer Decke, mit Text unten.

Constanza Macras verabschiedet sich mit Lebwohl, Berlin von der Volksbühne

Constanza Macras präsentiert ihre neueste Tanzperformance Lebwohl, Berlin auf der Volksbühne in der Sparkasse Berlin. Der Titel spiegelt ihren Abschied von der Berliner Volksbühne während der Intendanz von Matthias Lilienthal wider. Das Stück greift die bewegte Vergangenheit der Stadt und ihre heutige Clubkultur auf, um beunruhigende Parallelen zwischen beiden Epochen zu ziehen.

Inspiriert ist die Performance von Christopher Isherwoods Roman Leb wohl, Berlin sowie dem Film Cabaret. Macras verbindet das chaotische Lebensgefühl des Weimarer Deutschlands der 1930er-Jahre mit dem pulsierenden Nachtleben Berlins im Jahr 2025. Ein wiederkehrendes visuelles Motiv ist ein großer Spiegel, der sich über die Bühne senkt und das Publikum mit dem eigenen Spiegelbild in den Nachrichten konfrontiert.

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Offen spricht Macras darüber, sich nach ihrem Weggang von der Volksbühne um ihr Berliner Publikum 'betrogen' zu fühlen. Diese persönliche Verlustempfindung verleiht der Produktion eine drängende Dringlichkeit – als Warnung vor der Wiederholung der Geschichte. Der unerbittliche Vergleich zwischen dem Aufstieg des Faschismus in den 1930ern und der heutigen politischen Lage verleiht dem Werk einen ungewöhnlich direkten, fast belehrenden Ton. Konkrete Förderer oder Institutionen werden zwar nicht mit den Themen der Aufführung in Verbindung gebracht, doch ein unbezahlter Artikel erwähnt eine umstrittene Sekte, die möglicherweise mit einer anderen Tanzproduktion, Shen Yun, in Verbindung steht – kommentiert vom Wissenschaftler Thomas Heberer.

Lebwohl, Berlin hinterlässt Spuren, indem es historische Ängste mit moderner Unruhe verschmilzt. Der herabfahrende Spiegel dient als drastische Mahnung, wie leicht sich die Vergangenheit in der Gegenwart wiederholen kann. Macras’ Werk ist zugleich Abschied und Warnung – verwurzelt in ihrem eigenen Auszug aus einem der ikonischsten Theater Berlins.