David Hockney stirbt mit 88 – ein Abschied vom farbenfrohen Rebell der modernen Kunst
Sylvio ThiesDavid Hockney stirbt mit 88 – ein Abschied vom farbenfrohen Rebell der modernen Kunst
David Hockney, Maler zwischen Provokation und Faszination, ist in London mit 88 Jahren gestorben. Sein Werk – oft verspielt und fließend – durchbrach mühelos Genres und Stile und hinterlässt ein bleibendes Erbe in der modernen Kunst.
Hockney startete seine Karriere als sein eigener größter Förderer. Mit nur 23 Jahren schmückte er sein Atelier mit Abbildungen halb bekleideter Männer aus amerikanischen Bodybuilding-Magazinen. Schon mit 33 erhielt er seine erste Retrospektive – eine Seltenheit für einen so jungen Künstler.
Sein berühmtestes Gemälde, „A Bigger Splash“ (1967, Acryl), wurde zur Ikone und verkörpert seinen markanten, farbenfrohen Stil. Gemeinsam mit Künstlern wie Ed Ruscha prägte Hockney die kühle, analytische Auseinandersetzung mit kalifornischen Klischees in der Kunst.
Umgeben von einem engen, überwiegend schwulen Freundeskreis, in dem Modelle oft als Assistenten arbeiteten und umgekehrt, beschränkte sich Hockneys Faszination für verborgene Botschaften nicht auf die Malerei. Einmal behauptete er, in den Initialen Walt Whitmans (23.23) einen numerischen Code entdeckt zu haben.
Sein Vermächtnis lebt weiter durch seinen innovativen Umgang mit Malerei und seine furchtlose Erforschung von Identität und Kultur. Mit seinem Tod endet ein Leben, das der Kunst auf eigene Weise neue Wege wies.
