Der Schnurrbart feiert ein lässiges Comeback – dank Timothée Chalamet und Co.
Francesco HeinrichDer Schnurrbart feiert ein lässiges Comeback – dank Timothée Chalamet und Co.
Der trends erlebten ein unaufdringliches Comeback – diesmal mit einer lässigeren Haltung. Vor allem jüngere Männer, angeführt von Persönlichkeiten wie Timothée Chalamet, setzen auf eine weichere, weniger perfektionierte Variante des schnurrbart. Anders als bei früheren trends steht diesmal nicht makellose Präzision im Vordergrund, sondern spielerische Experimentierfreude.
Der Wandel begann um 2018, als schmale schnurrbärte bei Prominenten wie Post Malone, Harry Styles und Drake auftauchten. Bald zogen Luxusmarken nach: Gucci und Louis Vuitton präsentierten den Look 2019 auf ihren Laufstegen. Der Absatz von Pflegesets, etwa den Feintrimmer für schmale schnurrbärte von Wilkinson Sword, stieg bis 2020 in Europa um 40 Prozent.
Die Bewegung verbreitete sich weiter durch Werbekampagnen wie die von Old Spice 2021 und über soziale Medien, wo TikTok-Challenges bis 2022 über 500 Millionen Aufrufe verzeichneten. Selbst Hip-Hop-Künstler griffen den trend ironisch auf – etwa Travis Scott mit dem Cover seines Albums Utopia. Doch bis 2025 verdrängten vollere Bärte den schmalen schnurrbart – bis heute.
Timothée Chalamets Rolle in Marty Supreme brachte neuen Schwung in die Debatte. Sein Charakter, Marty Mauser, trägt einen schmalen schnurrbart im New York der 1950er-Jahre. Doch Chalamets Version ist kein striktes Retro-Revival, sondern wirkt modern, unperfekt und bewusst ungepflegt. Der Schauspieler behielt ihn auch nach den Dreharbeiten bei – ein Zeichen persönlicher Vorliebe oder ein Bekenntnis zu seinem Charme.
Die neue Generation der schnurrbartträger lehnt starre Pflegevorgaben ab. Der Reiz liegt in der lässigen, unverbindlichen Art – ideal für alle, die sich nicht zu sehr in einen flüchtigen trend investieren wollen.
Dieses Comeback verläuft leiser als früher: Der schnurrbart taucht bei Hollywood-Stars auf, ohne schon zum prägenden Markenzeichen zu werden. Seine aktuelle Form – weich, unstrukturiert und anpassungsfähig – bietet eine einfache Möglichkeit, mit Stil zu spielen. Ob er bleibt oder wieder verschwindet, der trend spiegelt eine größere Hinwendung zu müheloser, individueller Selbstdarstellung wider.
