23 December 2025, 06:44

Der Wolf verändert die Jagd - auch Frauen zeigen Interesse

Tiere stehen auf trockener Graslandschaft mit Bäumen, Bergen und Himmel im Hintergrund.

Der Wolf verändert die Jagd - auch Frauen zeigen Interesse - Der Wolf verändert die Jagd - auch Frauen zeigen Interesse

Der Wolf verändert die Jagd – auch Frauen zeigen zunehmend Interesse

Der Wolf verändert die Jagd – auch Frauen zeigen zunehmend Interesse

Der Wolf verändert die Jagd – auch Frauen zeigen zunehmend Interesse

  1. Dezember 2025

Die Jagd bleibt in Niedersachsen eine tief verwurzelte Tradition – hier besitzt statistisch jeder 116. Einwohner einen Jagdschein. Die dicht vernetzte Jägergemeinschaft passt sich neuen Herausforderungen an, von verändertem Wildverhalten bis hin zu einem wachsenden Frauenanteil. Aktuelle Aktivitäten wie eine groß angelegte Drückjagd und laufende Ausbildungslehrgänge unterstreichen sowohl die kulturelle Bedeutung als auch den Wandel des Jagdwesens in der Region.

Erst kürzlich fand im Forstbezirk Harsefeld bei Stade eine große Drückjagd mit über 100 Teilnehmern statt – der krönende Abschluss der diesjährigen Jagdsaison und ein Beleg für das Ausmaß organisierter Jagdveranstaltungen in der Region.

Die Jagdmethoden in Niedersachsen haben sich in den letzten zehn Jahren spürbar verändert, nicht zuletzt durch die Rückkehr der Wölfe. Seit diese vor zehn bis fünfzehn Jahren wieder heimisch wurden, suchen Rehe, Wildschweine und Hasen vermehrt Schutz in dichten Dickungen, was die Nachsuche erschwert. Jäger setzen daher verstärkt auf Dachshunde, deren geringe Größe und Wendigkeit sie ideal für die Arbeit im Unterholz machen. Auch das Wildtiermanagement spielt eine zentrale Rolle im Artenschutz: In einem Naturschutzgebiet plant ein Forstverwalter, über drei Jahre hinweg rund 100 Tiere zu bejagen, um die Bestände im Gleichgewicht zu halten. Zudem werden bei erlegtem Rehwild routinemäßig Blutproben entnommen – ein Frühwarnsystem gegen die Blauzungenkrankheit, das die gesundheitliche Überwachung in der Region sichert.

Doch nicht nur die Jagd selbst, auch die Jägergemeinschaft verändert sich. Frauen stellen mittlerweile 11 Prozent der aktiven Jäger in Niedersachsen, und 2021 machten Studentinnen 28 Prozent der Teilnehmer an Jagdlehrgängen aus. Im aktuellen Kurs der Jagdschule Thomfohrde lernen 25 angehende Jäger – darunter neun Frauen. Warum der Frauenanteil steigt, bleibt unklar, doch individuelle Schicksale wie das von Tina Steenwarber fallen auf: Fast 30 Jahre lang Vegetarierin, isst sie heute Wildbret – seit sie selbst zur Jägerin wurde.

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Die niedersächsische Jagdkultur bleibt im Fluss, geprägt von ökologischen Veränderungen und einer wachsenden Vielfalt unter den Akteuren. Während Wölfe das Verhalten des Wildes beeinflussen und immer mehr Frauen den Weg in die Jagd finden, passt sich die alte Tradition den modernen Gegebenheiten an. Durch kontinuierliche Ausbildung und Naturschutzmaßnahmen bleibt die Jagd zugleich kulturelles Erbe und Instrument des Wildtiermanagements.