Deutsche Bahn verschärft Sicherheitsmaßnahmen gegen Gewalt in Regionalzügen
Francesco HeinrichDeutsche Bahn verschärft Sicherheitsmaßnahmen gegen Gewalt in Regionalzügen
Deutsche Bahn führt neue Sicherheitsmaßnahmen ein – Reaktion auf steigende Gewalt in Regionalzügen
Nach einem Anstieg gewalttätiger Vorfälle in Regionalzügen setzt die Deutsche Bahn (DB) auf ein Paket neuer Sicherheitsvorkehrungen. Mit aktualisierten Schulungen, moderner Technik und Schutzausrüstung will das Unternehmen Mitarbeiter und Fahrgäste besser schützen. Aktuelle Zahlen zeigen dabei ein uneinheitliches Bild: Während die Angriffe in einigen Regionen zunehmen, ist bundesweit ein leichter Rückgang zu verzeichnen.
Besonders besorgniserregend ist die Entwicklung in den Regionalverkehren. So stiegen körperliche Übergriffe 2025 in Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Teilen Baden-Württembergs um 15 Prozent an. Bundesweit ging die Zahl solcher Vorfälle im Vergleich zum Vorjahr jedoch um sieben Prozent zurück.
DB Regio testet neue Sicherheitkonzepte Zu den Maßnahmen gehören unter anderem „1-zu-1-Begleitdienste“ für besonders schutzbedürftige Fahrgäste sowie die Doppelbesetzung im Kundenservice. Ab Juli wird zudem an ausgewählten Standorten die Erprobung von stichhemmenden Schutzwesten für Mitarbeiter starten.
Darüber hinaus weitet das Unternehmen verpflichtende Deeskalationstrainings aus, die künftig auch assertives Verhalten in Konfliktsituationen vermitteln sollen. Körperkameras, die bereits im Einsatz sind, haben bereits eine deutliche abschreckende Wirkung gezeigt. Bis August sollen alle relevanten Mitarbeiter die aktualisierten Schulungen durchlaufen haben.
Auch Künstliche Intelligenz (KI) könnte künftig eine Rolle spielen: Ein Pilotprojekt in Bremen bewies, dass die automatisierte Konflikterkennung per Echtzeit-Kameraaufnahmen sowohl technisch machbar als auch datenschutzrechtlich umsetzbar ist.
„Angst hat in unseren Zügen keinen Platz“ Harmen van Zijderveld, Vorstandsvorsitzender von DB Regio, betonte die Priorität von Sicherheit: „Angst hat in unseren Zügen keinen Platz.“ Das Ziel sei es, ein Klima des Respekts für alle an Bord zu schaffen.
Die neuen Maßnahmen kombinieren Personal-Schulungen, Schutzausrüstung und KI-gestützte Überwachung. DB Regio erhofft sich dadurch eine nachhaltige Reduzierung von Gewalt und eine verbesserte Sicherheit im Regionalverkehr. Die Umsetzung läuft über den Sommer, weitere Evaluierungen sind geplant.






