DGB fordert verpflichtende betriebliche Altersvorsorge für alle Beschäftigten
Sylvio ThiesDGB fordert verpflichtende betriebliche Altersvorsorge für alle Beschäftigten
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) setzt sich für eine verpflichtende betriebliche Altersvorsorge für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein. Noch vor Monatsende wird die Organisation konkrete Vorschläge vorlegen, um die Lücken in der Altersvorsorge zu schließen. Derzeit verfügen rund 20 Millionen Beschäftigte in Deutschland über keine betriebliche Rente – oft, weil ihre Arbeitgeber nicht an Tarifverträge gebunden sind.
Der DGB will, dass die betriebliche Altersvorsorge die gesetzliche Rente ergänzt. Nach seinen Plänen sollen Arbeitgeber einen Teil der Kosten tragen, damit die finanzielle Last nicht allein bei den Beschäftigten liegt. Die Gewerkschaft ist bereit, diese Rentenansprüche flächendeckend für alle Arbeitnehmer über branchenweite Tarifverträge auszuhandeln.
Für Unternehmen ohne Betriebsratsvertretung schlägt der DGB vor, Mitarbeiter in bestehende Versorgungswerke unter vereinfachten Bedingungen aufzunehmen. Dieses Modell zielt darauf ab, die Versorgungslücken zu schließen, ohne die Betriebe übermäßig zu belasten. Die Vorschläge orientieren sich dabei an Beispielen aus anderen europäischen Ländern, wo verpflichtende Renteneinzahlungen oft 20 Prozent oder mehr betragen – mit einem höheren Arbeitgeberanteil.
Allerdings rechnet der DGB mit Widerstand angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Belastungen. Dennoch betont die Gewerkschaft, dass das Modell im Vergleich zu den Altersvorsorgesystemen der Nachbarländer fair bleibt.
Die konkreten Vorschläge des DGB werden noch in diesem Monat veröffentlicht. Sollten sie umgesetzt werden, erhielten Millionen Beschäftigte erstmals Anspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge. Arbeitgeber würden sich dann an den Beiträgen beteiligen und so einen Teil der finanziellen Verantwortung von den Einzelnen abwenden.






