Die älteste spielbare Orgel der Welt erklingt seit 601 Jahren in Östönnen
Sylvio ThiesDie älteste spielbare Orgel der Welt erklingt seit 601 Jahren in Östönnen
Die St.-Andreas-Kirche in Östönnen bei Soest beherbergt die älteste spielbare Orgel der Welt. Das Instrument, das auf das Jahr 1425 zurückgeht, hat mehr als sechs Jahrhunderte überdauert. Sein selten gut erhaltener Zustand und die reiche Geschichte machen es zu einem einzigartigen Schatz mittelalterlicher Musik.
Die Ursprünge der Orgel lassen sich auf etwa 1410 datieren, wobei ihre hölzernen Bestandteile – darunter der Windkasten – bis heute intakt sind. 1722 wurde sie von einer benachbarten Kirchengemeinde in Soest zu einem geringen Preis erworben. Trotz ihres hohen Alters blieb sie über die Jahrhunderte weitgehend unverändert, da es an Mitteln für eine Modernisierung mangelte.
Der Organist Leon Berben beschreibt ihren Klang als „unglaublich intensiv“ und „umarmend“. Das Instrument verkörpert den Geist der spätmittelalterlichen Musik und bietet einen seltenen Einblick in vergangene Zeiten. Berben plädiert dafür, die Orgel in ihrem ursprünglichen Zustand zu bewahren, statt sie zu verändern. Berühmt ist sie auch für ihre aufwendigen Verzierungen, die ihr den Titel einer „orgelhistorischen Kostbarkeit“ einbringen. Die Gemeinde von St. Andreas ist sich ihrer Einzigartigkeit bewusst und veranstaltet regelmäßig Konzerte, um ihren außergewöhnlichen Klang zu präsentieren.
Dass die Orgel 601 Jahre überstanden hat, zeugt von handwerklicher Meisterleistung und fürsorglicher Pflege. Durch den Verzicht auf Veränderungen hoffen Experten, ihre historische Authentizität zu bewahren. Ihr fortlaufender Einsatz in Konzerten stellt sicher, dass dieses mittelalterliche Meisterwerk auch künftigen Generationen erklingt.
