Eisige Kälte in Norddeutschland: Wie Obdachlose wie Kevin um ihr Überleben kämpfen
Sylvio ThiesTrotz eisiger Kälte und lebensbedrohlicher Bedingungen: Kevin übernachtet im Freien - Eisige Kälte in Norddeutschland: Wie Obdachlose wie Kevin um ihr Überleben kämpfen
Eisige Temperaturen haben Norddeutschland erfasst und nachts sinken die Werte auf bis zu minus vier Grad Celsius. Die extreme Kälte stellt eine ernste Gefahr für Menschen, die auf der Straße leben – darunter auch Obdachlose wie Kevin, der kürzlich eine Nacht dem beißenden Frost in Hannover schutzlos ausgesetzt war.
Kevin lebt seit 15 Jahren ohne festen Wohnsitz. Anders als viele andere bereitet er sich sorgfältig auf die Kälte vor: Er schichtet Jacken, Decken und Schlafsäcke über Isomatten. Dennoch meidet er kommunale Notunterkünfte und Gemeinschaftsunterkünfte aus Angst vor Diebstahl und Gewalt.
Nicht alle Obdachlosen sind so gut vorbereitet. Manche haben nur eine dünne Decke, um sich vor der eisigen Kälte zu schützen. Als Reaktion darauf haben lokale Behörden und Wohlfahrtsverbände die Nothilfe ausgeweitet und Unterkünfte rund um die Uhr geöffnet. Niedersachsens Sozialminister Andreas Philippi appellierte an die Bevölkerung, wachsam zu bleiben. Er rief dazu auf, Menschen anzusprechen, die im Freien schlafen. Kevin hingegen hofft auf mehr Sichtbarkeit und Spenden – und bemerkt, dass immer weniger Menschen Bargeld dabeihaben, um zu helfen.
Die anhaltenden Frosttemperaturen erhöhen die Risiken für Menschen ohne Obdach. Zwar haben Rettungsdienste ihre Unterstützung ausgebaut, doch für Menschen wie Kevin bleiben die Hürden für sicheres Wohnen bestehen. Die Behörden betonen, wie wichtig öffentliches Bewusstsein und direkte Hilfe während dieser Kältewelle sind.
