Enso übernimmt Tegut-Filialen und stärkt ländliche Nahversorgung mit Genossenschaftsmodell
Sylvio ThiesEnso übernimmt Tegut-Filialen und stärkt ländliche Nahversorgung mit Genossenschaftsmodell
Enso erweitert seine Tante-Enso-Supermarktkette durch Übernahme ehemaliger Tegut-Filialen. Die Expansion folgt auf den Rückzug von Migros aus dem deutschen Markt und den Verkauf ihrer Tegut-Standorte. Ensos Konzept setzt auf kleine, gemeinschaftsorientierte Läden in Regionen, die von großen Einzelhändlern oft vernachlässigt werden.
Die Tante-Enso-Märkte verbinden den Charme traditioneller Tante-Emma-Läden mit modernem Einzelhandel. Sie führen Bio- und Regionalprodukte neben bekannten Markenartikeln. Jede Filiale dient zudem als lokaler Treffpunkt und bietet Dienstleistungen über den reinen Einkauf hinaus.
Das Modell basiert auf Gemeinschaftsunterstützung: Anwohner müssen einer Genossenschaft beitreten, um einen Standort zu eröffnen, und erhalten im Gegenzug Rabatte. Sobald der Laden etabliert ist, können Mitglieder rund um die Uhr mit einer Tante-Enso-Karte und Selbstbedienungskassen einkaufen. Dieses Konzept hat bereits in Orten wie dem Lemgower Ortsteil Schweskau den Zugang zu Nahversorgung wiederbelebt, wo die Schließung eines Edeka-Markts die Bewohner ohne Supermarkt in der Nähe zurückließ.
Enso betreibt derzeit fast 90 Filialen in ganz Deutschland. Nun plant das Unternehmen, bis zu 36 Tegut-Standorte zu übernehmen – vor allem in ländlichen Gebieten. Diese Locations werden von großen Ketten wie Edeka, Rewe oder Aldi oft links liegen gelassen. Enso konzentriert sich gezielt auf Orte, in denen der nächste Supermarkt mindestens fünf Kilometer entfernt ist.
Durch die Übernahme der Tegut-Filialen erweitert Tante Enso seine Präsenz in unterversorgten Regionen. Die Anwohner erhalten so lokale Einkaufsmöglichkeiten und unterstützen gleichzeitig ein genossenschaftliches Modell. Die Expansion festigt zudem Ensos Position als wichtiger Akteur im ländlichen Einzelhandel Deutschlands.






