Equal Pay Day 2026: Warum Frauen in Deutschland noch immer 58 Tage umsonst arbeiten
Equal Pay Day 2026: Warum Frauen in Deutschland noch immer 58 Tage umsonst arbeiten
Equal Pay Day: Deutschland erinnert am 27. Februar 2026 an anhaltende Lohnungleichheit
Am 27. Februar 2026 begeht Deutschland den Equal Pay Day und lenkt damit den Blick auf die nach wie vor bestehende Lohnlücke zwischen Männern und Frauen. In Greifswald organisiert das Bündnis Equal Pay MV eine öffentliche Veranstaltung, um auf das Problem aufmerksam zu machen: Statistisch arbeiten Frauen in Deutschland 58 Tage im Jahr unbezahlt – im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen.
Die geschlechtsspezifische Lohnlücke bleibt in Deutschland größer als im europäischen Durchschnitt. 2024 verdienten Frauen 16 Prozent weniger als Männer, während der EU-Schnitt bei etwa 12 Prozent lag. Zwar gibt es Fortschritte: Seit 2010 hat sich die unbereinigte Lohnlücke in Deutschland von rund 18 auf etwa 12 Prozent im Jahr 2023 verringert. Einige EU-Länder wie Luxemburg, Rumänien und Belgien verzeichneten jedoch stärkere Rückgänge, während andere – darunter Lettland und Kroatien – sogar Rückschritte erlebten.
Strukturelle Ungleichheiten verstärken die Differenz: Frauen in Deutschland arbeiten häufiger in Teilzeit, besetzen öfter schlechter bezahlte Positionen und sind in Pflegeberufen überrepräsentiert. Zudem sind sie in Führungspositionen unterrepräsentiert, was die Lohnkluft weiter zementiert.
Die Greifswalder Veranstaltung unter dem Motto «Nahtlos durch die Nacht» ist kostenlos, Spenden werden jedoch vor Ort entgegengenommen. Das Equal-Pay-MV-Bündnis – bestehend aus dem Landesfrauenrat Mecklenburg-Vorpommern, DGB Nord und weiteren Organisationen – treibt die Initiative voran, um faire Lohnpraktiken durchzusetzen.
Ziel der Aktion am 27. Februar ist es, die Debatte über die Schließung der Lohnlücke anzuregen und konkrete Schritte einzufordern. Da Deutschlands Lücke weiterhin über dem EU-Durchschnitt liegt, hoffen die Veranstalter auf mehr Bewusstsein und politische Veränderungen. Die Spenden der Teilnehmer fließen in laufende Kampagnen für gleichen Lohn.
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