EU startet digitalen Identitätsnachweis – doch Hacker knacken System bereits
Francesco HeinrichEU startet digitalen Identitätsnachweis – doch Hacker knacken System bereits
Die EU entwickelt ein neues digitales Identitätssystem namens EU-Digitaler Identitätsnachweis (englisch: EU Digital Identity Wallet). Damit soll Bürgern eine sichere und einheitliche Möglichkeit angeboten werden, ihre Identität in ganz Europa nachzuweisen. Das Projekt soll im Januar an den Start gehen, wobei jedes Mitgliedsland auf Basis gemeinsamer Standards eine eigene Version einführen wird.
Mit dem digitalen Ausweis können Nutzer wichtige Dokumente speichern, teilen und anfordern sowie Dateien elektronisch unterschreiben. Er ist darauf ausgelegt, physische Personalausweise, Führerscheine und Zertifikate zu ersetzen und bietet eine einheitliche Lösung für Identitätsprüfungen – sowohl online als auch offline. Gleichzeitig behalten die Nutzer die Kontrolle über ihre persönlichen Daten und können digitale Dienstleistungen einfacher in Anspruch nehmen.
Kurz nach der Vorstellung durch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gelang es IT-Sicherheitsexperten, eine erste Version des Systems zu knacken. Datenschützer äußerten zudem Bedenken hinsichtlich möglicher Massenüberwachung und Repression im Zusammenhang mit dem neuen System. Zwar wirbt die EU für eine starke Verschlüsselung des digitalen Ausweises, steht aber in der Kritik, diese durch Maßnahmen wie Client-Side-Scanning wieder zu schwächen.
Der digitale Nachweis wird auch eine Altersverifizierung enthalten, um den Zugang zu Erwachsenen-Websites einzuschränken. Diese Funktion ist Teil seines umfassenderen Einsatzes als Werkzeug für sichere Identitätsprüfungen.
Ab Januar soll der EU-Digitale Identitätsnachweis in allen Mitgliedstaaten eingeführt werden. Er bietet ein einheitliches, verschlüsseltes System für Identitätsnachweise und Dokumentenmanagement. Doch bleiben Sicherheitslücken und Datenschutzbedenken zentrale Herausforderungen für die Umsetzung.






