„Extrawurst“ entfacht Grill-Debatte über Kultur und Identität im Kino
Francesco HeinrichSchauspieler spricht ├╝ber allt├Ąglichen Rassismus - „Extrawurst“ entfacht Grill-Debatte über Kultur und Identität im Kino
"Extrawurst" kommt am 15. Januar in die Kinos – eine turbulente Mischung aus Humor und hitziger Debatte
Basierend auf dem gleichnamigen, erfolgreichen Bühnenstück erzählt der Film vom Chaos in einem Tennisverein, dessen Mitglieder sich auf ein Fest vorbereiten. Im Mittelpunkt steht ein scheinbar harmloser Vorschlag: ein separater Weber Grill für ein muslimisches Mitglied. Doch daraus entwickelt sich schnell ein Streit über Kultur, Religion und Zugehörigkeit.
Fahri Yardım spielt Erol, das einzige türkisch-muslimische Vereinsmitglied, dessen Idee eine Lawine an Diskussionen auslöst. Anfangs entspannt, sieht sich Erol plötzlich als Sprecher für Menschen mit türkischen Wurzeln – eine Rolle, die auch Yardım aus dem echten Leben kennt. Gegenüber spot on news verriet der Schauspieler, er habe wie sein Charakter gelernt, selbst zu entscheiden, wen er an sich heranlassen will – und so den Stachel des Alltagsrassismus zu entschärfen.
Der Film thematisiert Migration, Identität und das oft missverstandene Konzept der Cancel Culture. Yardım gibt offen zu, mit dem Begriff zu hadern, da er seiner Meinung nach häufig von denen instrumentalisiert werde, die sich gegen gesellschaftlichen Fortschritt oder neue Perspektiven stemmen. Abseits der Kamera schwärmte er von seinem Kollegen Hape Kerkeling, den er als "lebende Legende" und Vorbild bezeichnet. An seiner Seite spielen Christoph Maria Herbst und Kerkeling, die mit ihrem komödiantischen Talent die eskalierenden Konflikte im Verein noch pointierter machen. Hinter dem Lachen verbirgt sich jedoch eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Integration – selbst bei scheinbar banalen Themen wie Essensvorlieben. Yardım, ehemaliger Vegetarier, scherzte, er würde trotzdem jederzeit türkische Sucuk einer bayerischen Weißen vorziehen.
Extrawurst verbindet scharfe Satire mit alltagsnahen Konflikten, angesiedelt im Mikrokosmos eines kleinen Tennisclubs. Ab dem 15. Januar bringt der Film das Publikum zum Lachen – und regt gleichzeitig zum Nachdenken über Themen an, die weit über den Grill hinausgehen. Für Yardım und das Ensemble ist es eine Chance, Gespräche anzustoßen – mit jeder Menge Humor im Gepäck.
