10 February 2026, 12:48

Ferdinand von Schirach trotzt Markus Lanz im Streit über den Nahostkonflikt

Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Sprechen mit Reportern vor einem Gebäude mit Fenstern, umgeben von einer Gruppe von Menschen, einige halten Mikrofone auf Ständern, mit einem Seil, das an einen Pfahl gebunden ist, und einem bewölkten Himmel.

Ferdinand von Schirach trotzt Markus Lanz im Streit über den Nahostkonflikt

Eine angespannte Auseinandersetzung entbrannte in der Sendung Markus Lanz, als der Autor und Jurist Ferdinand von Schirach sich weigerte, über den Nahostkonflikt zu diskutieren. Die für ihren konfrontativen Stil bekannte Show erlebte, wie Schirach beharrlich alle Versuche zurückwies, ihn zu einer Kritik an Israel zu ziehen. Gleichzeitig hat die öffentliche Kritik an Lanz' Interviewmethoden in den letzten Jahren zugenommen – ihm werden Aggressivität und Voreingenommenheit vorgeworfen.

Der Streit begann, als Lanz Schirach drängte, sich zum Israel-Hamas-Konflikt zu äußern. Schirach lehnte ab und erklärte, er werde keine moralisch verurteilenden Aussagen über Israel machen, da es sich um einen Rechtsstaat handle. Stattdessen fragte er, warum in Deutschland nicht gegen die Hamas protestiert werde, und verwies auf die Feiern zu den Angriffen vom 7. Oktober in Berlin und anderen Städten.

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Schirachs Weigerung, sich auf die Diskussion einzulassen, frustrierte Lanz, dem häufig vorgeworfen wird, mit reißerischen Kontroversen im Boulevardstil Aufmerksamkeit zu heischen. Da die Sendung vorproduziert und geschnitten wird, besteht die Gefahr, dass zentrale Aussagen von Gästen gekürzt werden – was Bedenken hinsichtlich der Fairness aufwirft. Lanz' Ruf als aggressiver Interviewer hat bereits viele potenzielle Gäste abgeschreckt; einige fürchten, von dem einflussreichen Format auf eine schwarze Liste gesetzt zu werden.

Die Kritik an Lanz' Vorgehen hat seit 2022 weiter zugenommen. Zuschauer und Medien bezeichnen ihn als übermäßig polarisierend, die Einschaltquoten sind gesunken, und in sozialen Medien formiert sich Widerstand – etwa unter dem Spitznamen Markus Brüll. Aufrufe zum Boykott der Sendung werden laut, und auch Medien wie Bild und t-online greifen die Vorwürfe auf. Dies deutet auf einen Wandel in der öffentlichen Wahrnehmung hin.

Schirachs Widerstand markiert eine seltene Herausforderung für Lanz' dominierenden Interviewstil. Der Vorfall unterstreicht die wachsende Unzufriedenheit mit dem konfrontativen Ton der Sendung. Angesichts der zunehmenden Kritik steht das Format unter Druck, sich anzupassen – oder riskiert, sein Publikum weiter zu verprellen.