Fluchtgeschichten in Soltau: Wie Irene Bomblat dreimal vor dem Krieg floh
Leila BlochFluchtgeschichten in Soltau: Wie Irene Bomblat dreimal vor dem Krieg floh
Lauter Fluchtgeschichten, die in Soltau enden
Am Freitag wird Irene Bomblat in Soltau 100 Jahre alt – als Mädchen erlebte sie die Zwangsumsiedlung der Baltendeutschen: Ausstellung beleuchtet solche Schicksale
Eine neue Ausstellung in Soltau erzählt die Geschichten von Geflüchteten, die nach der Flucht vor Krieg und Unterdrückung in der Region eine neue Heimat fanden. Unter dem Titel "Sieh mich an – Das Gesicht der Flucht" sind vom 26. April bis 26. Juni 2026 persönliche Berichte zu sehen, darunter der von Irene Bomblat, die im Zweiten Weltkrieg drei Vertreibungen überlebte. Die Veranstalter suchen zudem nach weiteren lokalen Stimmen, die die Schau ergänzen.
Ursprünglich als Projekt zu Fluchtgeschichten im Ruhrgebiet entstanden, erweitert das Soltauer Heimatmuseum die Ausstellung nun um Schicksale von Menschen, die sich in der Region niederließen. Eine von ihnen ist Irene Bomblat, 1925 in Riga geboren, die im November 2025 ihren 100. Geburtstag feiert. Als Baltendeutsche durchlebte sie während des Krieges Zwangsumsiedlungen – zunächst die Flucht nach Gotenhafen, dann in den Warthegau und schließlich 1945 nach Wörlitz.
Vom späten "Oh April" bis Ende Juni 2026 zeigt das Heimatmuseum Soltau die Ausstellung mit Biografien von Geflüchteten – von Kriegsüberlebenden wie Bomblat bis hin zu späteren Zuzüglern aus Vietnam und der DDR. Noch immer sammelt das Museum weitere Zeitzeugenberichte, um die Vielfalt der Schicksale abzubilden.
