Forscher entwickeln Krankenhausdesigns gegen tödliche Keime und nosokomiale Infektionen
Sylvio ThiesForscher entwickeln Krankenhausdesigns gegen tödliche Keime und nosokomiale Infektionen
Ein neues Forschungsprojekt untersucht, wie die Gestaltung von Krankenhäusern dazu beitragen kann, Infektionen zu verhindern, die Patienten während der medizinischen Behandlung erwerben. Diese sogenannten nosokomialen Infektionen nehmen unter Patienten zunehmend zu. Die Initiative InnoBRI zielt darauf ab, architektonische Lösungen zu entwickeln, die die Ausbreitung von Krankheitserregern in Gesundheitseinrichtungen reduzieren.
Das Projekt wird geleitet vom Institut für Konstruktives Entwerfen, Industrie- und Gesundheitsbau (IKE) der Technischen Universität Braunschweig. Die Forscher konzentrieren sich dabei auf Hochrisikobereiche wie Notaufnahmen, um Übertragungsmuster zu analysieren und mögliche Gegenmaßnahmen zu testen.
Zu den zentralen Untersuchungsaspekten gehören Materialauswahl, Oberflächenbeschaffenheit, Raumaufteilungen sowie die Anordnung sanitärer Einrichtungen. Das Team wird verschiedene strukturelle Änderungen simulieren, um deren Auswirkungen auf die Infektionskontrolle zu messen. Auf Basis der Ergebnisse sollen dann Modellbaukonzepte und Planungsrichtlinien für neue Krankenhäuser entwickelt werden.
Obwohl die Empfehlungen bundesweit kostengünstige Krankenhausdesigns fördern könnten, ist eine direkte Übernahme durch die einzelnen Bundesländer unwahrscheinlich. Die Prävention nosokomialer Infektionen unterliegt bereits bundesweiten Vorgaben gemäß der Krankenhausbaurichtlinie (KH-BauRL), die keinen Spielraum für regionale Abweichungen lässt.
Die InnoBRI-Richtlinien werden evidenzbasierte Strategien für die Infektionskontrolle in der Krankenhausarchitektur liefern. Sobald sie finalisiert sind, könnten sie den künftigen Bau von Gesundheitseinrichtungen in ganz Deutschland prägen. Die Umsetzung hängt jedoch davon ab, inwieweit sie mit den bestehenden Bundesstandards für den Krankenhausbau vereinbar sind.