Franz Josef Radermacher erhält Abt-Jerusalem-Preis für sein wissenschaftliches Lebenswerk
Francesco HeinrichFranz Josef Radermacher erhält Abt-Jerusalem-Preis für sein wissenschaftliches Lebenswerk
Franz Josef Radermacher, ein führender Experte für Globalisierung und Nachhaltigkeit, ist mit dem Abt-Jerusalem-Preis für sein wissenschaftliches Lebenswerk ausgezeichnet worden. Die Ehrung würdigt seine Verdienste um die Verknüpfung von Geistes-, Natur- und Ingenieurwissenschaften. Der emeritierte Professor und aktive Forscher gilt nach wie vor als eine der prägenden Stimmen in den Debatten über Klimapolitik und wirtschaftliche Reformen.
Radermacher lehrte bis zu seiner Emeritierung 2018 an der Universität Ulm Informatik mit den Schwerpunkten Datenbanken und künstliche Intelligenz. Seither gestaltet er weiterhin die Diskussionen über nachhaltige Entwicklung, Bevölkerungswachstum und eine gerechte Globalisierung mit. Seine Forderungen nach einer ökosozialen Marktwirtschaft und das Konzept eines Globalen Marshallplans haben in europäischen akademischen und politischen Kreisen Wirkung gezeigt.
Der Abt-Jerusalem-Preis wurde am 26. November von einem Konsortium verliehen, dem die Evangelisch-lutherische Landeskirche in Braunschweig, die Technische Universität Braunschweig, die Braunschweiger Wissenschaftliche Gesellschaft und die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz angehören. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung erinnert an Friedrich Wilhelm Jerusalem, einen Mitbegründer des Collegium Carolinum, der Vorläufereinrichtung der heutigen Technischen Universität Braunschweig.
Aktuell leitet Radermacher das Forschungsinstitut für Angewandte Wissensverarbeitung in Ulm. Seit 2002 ist er Mitglied des Club of Rome und setzt sich seit Langem mit Technologiefolgenabschätzung, nachhaltiger Mobilität und systemischen Wirtschaftsreformen auseinander. Zwar prägen seine Ideen weiterhin die politischen Debatten, doch sind öffentlich zugängliche Belege für ihre direkte Wirkung seit 2018 begrenzt.
Die Auszeichnung unterstreicht Radermachers Rolle bei der Förderung des interdisziplinären Dialogs über globale Herausforderungen. Seine Arbeit bleibt eine wichtige Referenz für Diskussionen über Klimaschutz, wirtschaftliche Gerechtigkeit und nachhaltiges Wachstum. Gleichzeitig betont die Ehrung die anhaltende Relevanz seiner Forschung in Wissenschaft und Politik.