Fünf NRW-Städte schlagen gemeinsam gegen Sozialbetrug und organisierte Kriminalität zu
Leila BlochFünf NRW-Städte schlagen gemeinsam gegen Sozialbetrug und organisierte Kriminalität zu
Fünf Städte in Nordrhein-Westfalen haben eine gemeinsame Initiative zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität und des Sozialbetrugs gestartet. Das Projekt GeKo Rhein Wupper mit Sitz in Wuppertal zielt darauf ab, den Datenaustausch und präventive Maßnahmen über Stadtgrenzen hinweg zu verbessern. Bei einer jüngsten Aktion in Langenfeld wurden bereits betrügerische Meldepraktiken und illegale Wohnverhältnisse aufgedeckt.
Die Initiative wurde vergangene Woche offiziell ins Leben gerufen, mit Wuppertal, Leverkusen, Solingen, Remscheid und Langenfeld als Gründungsmitglieder. Finanziert vom Land, liegt der Fokus auf der Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Behörden, um Kriminalität wirksamer zu bekämpfen.
Bei einer gemeinsamen Operation unter der Leitung von Oliver Konsierke wurden kürzlich in Reusrath zwölf Scheinwohnsitze aufgedeckt, die auf EU-Bürger aus Osteuropa gemeldet waren – alle Betroffenen werden nun abgemeldet. Zudem stellten die Ermittler in Richrath einen Verstoss gegen die Meldepflicht fest, bei dem der Verdacht auf eine erfundene Vaterschaftsanerkennung und illegale Baumaßnahmen bestand.
An einer dritten Adresse deckten die Behörden unautorisierte Nutzungsänderungen von Immobilien auf, die gegen das Wohnraumstärkungsgesetz verstoßen. Es gibt Hinweise darauf, dass Scheinanmeldungen genutzt wurden, um Einwanderungsregeln zu umgehen. Der rechtliche Status von sieben weiteren Personen bleibt unklar; hier wird auch mögliche Schwarzarbeit geprüft.
In Langenfeld fielen den Beamten ungewöhnliche Investitionstrends auf, darunter große Immobilienkäufe, die nicht zu den angegebenen Einkommen der Käufer passten. Die Initiative plant, diese Probleme durch einen schnelleren und gezielteren Datenaustausch zwischen den Städten anzugehen.
Die GeKo Rhein Wupper-Initiative wird ihr Netzwerk weiter ausbauen; nach Ostern ist ein Treffen zur Diskussion neuer Partnerschaften geplant. Die zentrale Koordinierungsstelle in Wuppertal wird die Bemühungen leiten, um die Region widerstandsfähiger gegen Kriminalität zu machen. Die Behörden haben bereits damit begonnen, betrügerische Anmeldungen zu löschen und verdächtige Immobiliengeschäfte zu untersuchen.
