Fürther Jugendrat fordert "Hilfe statt Strafe" gegen Armutskriminalität und Gewalt
Sylvio ThiesFürther Jugendrat fordert "Hilfe statt Strafe" gegen Armutskriminalität und Gewalt
Der Fürther Jugendrat hat einen Antrag vorgelegt, um armutsbedingte Kriminalität mit Unterstützung statt mit Bestrafung zu bekämpfen. Die unter dem Titel „Hilfe statt Strafe – Gemeinsam gegen Gewalt“ eingereichte Vorlage wird am 1. Juli 2023 beraten. Anlass sind Diskussionen über Schwarzfahren im Öffentlichen Nahverkehr, bei dem manche Menschen sich die Fahrkarten schlicht nicht leisten können.
Der Antrag fordert, die Jugendhilfe frühzeitig in Strafverfahren einzubinden, um Betroffenen Beratung und Unterstützung zukommen zu lassen. Die stellvertretende Vorsitzende Julia Dierauf betont, dass gezielte Hilfsangebote für junge Menschen in Armut präventiv wirken und Straftaten verhindern können.
Der Jugendrat thematisiert zudem die wachsende Sorge um sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt. Vorstandsmitglied Clemens Trompke verweist auf deren zunehmende Verbreitung. Als Gegenmaßnahme schlägt der Rat eine zentrale Meldestelle für Betroffene vor.
Vorsitzender Alexander Bohn regt aufsuchende Sozialarbeit an, um die Ursachen armutsbedingter Straftaten zu bekämpfen. Der Jugendrat empfiehlt Streetwork und mobile Jugendhilfe als Ansätze, um junge Straftäter zu begleiten. Zudem soll ein Meldesystem ohne zusätzliches Personal getestet werden, um den Bedarf vor einer flächendeckenden Einführung in der Stadt zu prüfen.
Ziel des Antrags ist es, den Fokus von Strafe auf Prävention zu verlagern und praktikable Lösungen für Armutskriminalität und Gewalt zu entwickeln. Die Debatte am 1. Juli wird über das weitere Vorgehen entscheiden.
