10 January 2026, 02:26

Fußballgeschichte trifft NS-Vergangenheit: Digitaler Stadtrundgang in Osnabrück geht online

Ein historisches Schild mit Symbolen und Text in der Mitte des Bildes.

Fußballgeschichte trifft NS-Vergangenheit: Digitaler Stadtrundgang in Osnabrück geht online

Ein neuer digitaler Stadtrundgang in Osnabrück lässt Nutzer die NS-Zeit durch die Linse der lokalen Fußballgeschichte erkunden. Entwickelt von zwölf Schülerinnen und Schülern des Goethe-Gymnasiums in Stolberg, verbindet das Projekt Vergangenheit und Gegenwart an Originalschauplätzen rund um das Bremer-Brücke-Stadion. Ziel ist es, junge Menschen auf persönliche und anschauliche Weise mit historischen Ungerechtigkeiten zu konfrontieren.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der HistoryTrail – NS-Zeit rund um das Bremer-Brücke-Stadion startet am Heimstadion des VfL Osnabrück. Aufgeteilt in acht Stationen führt er Besucher durch das Schinkelviertel – begleitet von historischen Fotos und kurzen Audioclips. Jeder Halt punktet mit Geschichten wie dem Missbrauch des Sports durch die Nationalsozialisten, der Verfolgung der Osnabrücker Bürgerin Martha Müller oder dem Leben Egon Kuhns, eines Mannes, der die NS-Ideologie unterstützte.

Das unter dem Motto „Rot gegen das Vergessen – Wege der Erinnerung schaffen“ stehende Projekt entstand in Zusammenarbeit von Schüler:innen, Lehrkräften und Historiker:innen. Unterstützung kam vom VfL-Museum, der Initiative VfL Bündnis „Tradition lebt von Erinnerung“, dem Osnabrücker Büro für Friedenskultur sowie lokalen Fangruppen. Gefördert wurde es von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ (EVZ) und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) im Rahmen des Programms „JUGEND erinnert – lokal & engagiert“. Durch den Fokus auf Fußball macht der Rundgang Geschichte für jüngere Zielgruppen greifbar. Die Arbeit der Schüler:innen stellt sicher, dass die Vergangenheit des Viertels in einem modernen Format – per Smartphone – wachgehalten wird.

Der digitale Rundgang steht nun allen Besucher:innen des Schinkelviertels offen. Er verbindet lokale Geschichte mit interaktivem Storytelling und bietet eine neue Perspektive auf die NS-Zeit. Der Erfolg des Projekts spiegelt das Engagement von Schüler:innen, Historiker:innen und Gemeinschaftspartnern wider, die hier gemeinsam Brücken zwischen Vergangenheit und Gegenwart schlagen.