03 March 2026, 12:44

Gericht ebnet Weg für steuerfreie Abschiedsfeiern aller Mitarbeiter

Ein gerahmtes Poster zum 70-jährigen Jubiläum des Kaiser-Huldigungsfestes in Berlin, Deutschland, mit einer Gruppe von Menschen in der Mitte, umgeben von Text und Zahlen.

BFH schützt Arbeitnehmer vor Steuern bei Abschiedsfeiern - Gericht ebnet Weg für steuerfreie Abschiedsfeiern aller Mitarbeiter

Ein aktuelles Urteil des Gerichts ebnet deutschen Arbeitgebern den Weg, die Kosten für Abschiedsfeiern steuerfrei zu übernehmen. Die Entscheidung betrifft alle Beschäftigten – nicht nur Führungskräfte – und gilt für Veranstaltungen mit Aufwendungen von mehr als 110 Euro pro Gast. Besonders die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer, die nun in großer Zahl in den Ruhestand gehen, profitieren von dieser Steuerbefreiung.

Das Bundesfinanzhof urteilte, dass Unternehmen Abschiedsfeiern finanzieren dürfen, ohne dass für die Mitarbeiter steuerliche Belastungen entstehen. Im Mittelpunkt des Verfahrens stand die Frage, ob solche Veranstaltungen als betriebliche Anlässe oder private Feiern einzustufen sind. Die Richter kamen zu dem Schluss, dass es sich um geschäftliche Anlässe handelt, da Arbeitgeber die Events organisieren und die Gästelisten bestimmen.

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Bis zum Jahr 2039 werden in Deutschland über 13 Millionen Babyboomer das Renteneintrittsalter erreichen. Dieser demografische Wandel hat bereits zu einem deutlichen Anstieg von betrieblichen Abschiedsfeiern geführt. Das Urteil passt in einen größeren Trend: 2022 entschied das Gericht in 40 Prozent der Streitfälle zwischen Steuerzahlern oder Unternehmen und den Finanzbehörden zugunsten der Kläger.

Das am 19. November 2025 verkündete Urteil (Aktenzeichen VI R 18/24) stellt klar, dass Unternehmen solche Feiern steuerfrei finanzieren dürfen, sofern sie als offizielle betriebliche Veranstaltungen ausgestaltet sind. Bisher gibt es jedoch keine amtlichen Aufzeichnungen darüber, wie viele Veranstaltungen mit Kosten von über 10.000 Euro seit der Entscheidung unter dieser Befreiung stattgefunden haben.

Die Steuerbefreiung entlastet sowohl Arbeitgeber als auch ausscheidende Mitarbeiter finanziell. Angesichts der Millionen Babyboomer, die in den kommenden Jahren aus dem Berufsleben ausscheiden, können Unternehmen nun Abschiedsfeiern ausrichten, ohne unerwartete Steuerkosten fürchten zu müssen. Das Urteil bestätigt zudem die Tendenz des Gerichts, in Streitfällen häufig zugunsten der Steuerzahler zu entscheiden.