Gericht entscheidet: Ehemalige Weihnachtsbaumplantage wird zum Fichtenwald
Dora CichoriusGericht entscheidet: Ehemalige Weihnachtsbaumplantage wird zum Fichtenwald
Ein Rechtsstreit um eine ehemalige Weihnachtsbaumplantage in Niedersachsen ist mit einem Gerichtsurteil zugunsten der Aufforstung beendet worden. Landwirte hatten eine Anordnung zur Wiederherstellung des Geländes als Wald angefochten, doch das Oberverwaltungsgericht wies ihre Klage ab. Die Entscheidung bestätigt die Befugnis der Landesforstbehörde, das Gebiet als Wald einzustufen.
Im Mittelpunkt des Streits steht ein 8.956 Quadratmeter großes Grundstück, das zwei Brüdern im Rahmen einer Erbschaft gemeinsam gehört. Das Gelände, das einst für den Anbau von Weihnachtsbäumen genutzt wurde, war später von den Niedersächsischen Landesforsten als ein von Fichten dominierter Wald eingestuft worden. Sowohl die Biotopkartierung als auch das Verzeichnis der Landwirtschaftskammer klassifizierten die Fläche als Nadelwaldbestand, vor allem mit Fichten.
Die Landwirte argumentierten, das Gelände solle landwirtschaftlich genutzt bleiben, und beriefen sich dabei auf den Flächennutzungsplan der Gemeinde. Das Gericht entschied jedoch, dass die Aufforstungsanordnung rechtmäßig sei. Deutsche Vorschriften erlauben es, Weihnachtsbaumplantagen nur dann nicht als Wald zu behandeln, wenn die Bäume jünger als sieben bis zehn Jahre sind oder die Fläche intensiv für den kommerzielle Anbau bewirtschaftet wird. Eine Vor-Ort-Begehung bestätigte die Wald-Einstufung, da überwiegend ausgereifte Nadelbäume vorherrschen. Das Urteil stärkt die Kompetenz der Forstbehörde und beendet damit den Rechtsweg für die Landwirte.
Die Entscheidung bedeutet, dass das Gelände als Wald ausgewiesen bleibt und aufgeforstet werden muss. Der Fall schafft einen Präzedenzfall für ähnliche Streitigkeiten über ehemalige Weihnachtsbaumplantagen in der Region. Besitzer solcher Flächen müssen sich nun an forstwirtschaftliche Vorschriften halten statt an landwirtschaftliche Nutzungspläne.
