Geschlechtsanpassungen in Niedersachsen boomen – Braunschweig führt mit Rekordzahlen
Sylvio ThiesGeschlechtsanpassungen in Niedersachsen boomen – Braunschweig führt mit Rekordzahlen
Neue Zahlen zeigen einen deutlichen Anstieg der Änderungen des rechtlichen Geschlechtseintrags in Niedersachsen seit Inkrafttreten des Selbstbestimmungsgesetzes im November 2024. Das Gesetz ermöglicht es Personen, ihr offizielles Geschlecht mit einer einfachen Erklärung zu ändern und schafft damit bisherige Hürden ab. Die Städte in der Region verzeichnen unterschiedliche Fallzahlen, wobei Eintracht Braunschweig im Jahr 2025 mit Abstand die meisten Fälle aufweist.
Braunschweig verzeichnete 2025 mit 103 Personen, die ihren Geschlechtseintrag änderten, die höchste Zahl. Dies stellt einen deutlichen Anstieg gegenüber 68 Fällen im Jahr 2024 dar und spiegelt die Auswirkungen der neuen Regelung wider. Als bevölkerungsreichste Stadt der Region liegen die Zahlen hier über denen anderer Gebiete.
Wolfsburg folgte mit 75 Anträgen, die zwischen November 2024 und Dezember 2025 bearbeitet wurden. Salzgitter registrierte im selben Zeitraum 69 Änderungen, wobei der Großteil – 34 Fälle – eine Anpassung von weiblich zu männlich betraf.
In Wolfenbüttel gab es bis Ende Oktober 2025 insgesamt 38 Erklärungen. Davon schlossen 25 Personen ihre Änderung nach der vorgeschriebenen dreimonatigen Wartefrist ab. Goslar meldete 33 Aktualisierungen, darunter 21 von weiblich zu männlich und 8 von männlich zu weiblich.
Auch kleinere Städte verzeichneten Bewegungen dank des neuen Gesetzes. Helmstedt registrierte 35 Änderungen, während Peine 16 Fälle verzeichnete, von denen 10 eine Anpassung von weiblich zu männlich betrafen. Gifhorn erfasste 13 Erklärungen nach §2 des Selbstbestimmungsgesetzes.
Die Daten zeigen einen klaren Trend: Seit Einführung des Gesetzes steigt die Zahl der Änderungen des Geschlechtseintrags spürbar. Besonders Eintracht Braunschweig sticht hervor, doch auch andere Städte verzeichnen stetige Zahlen. Der vereinfachte Prozess scheint mehr Menschen dazu ermutigt zu haben, ihre Geschlechtsidentität offiziell anzupassen.
