Gesundheitsreform gefährdet ländliche Krankenhäuser und Rettungshubschrauber
Dora CichoriusGesundheitsreform gefährdet ländliche Krankenhäuser und Rettungshubschrauber
Der Präsident des Deutschen Landkreistags (DLT) hat schwere Bedenken gegen die Auswirkungen der geplanten Gesundheitsreform der Bundesregierung auf ländliche Regionen geäußert. Achim Brötel warnte, die vorgeschlagenen Änderungen könnten kleinere Krankenhäuser zur Schließung zwingen und lebensrettende Rettungshubschrauber-Einsätze einschränken.
Das Bundeskabinett hat die GKV-Reform bereits verabschiedet; die Abstimmung im Bundestag steht für Anfang Juli an. Sollte das Sparpaket durchkommen, würden auf die Leistungserbringer im Gesundheitswesen zusätzliche Kosten in Höhe von über fünf Milliarden Euro zukommen. Brötel fürchtet, dass diese finanzielle Belastung ländliche Krankenhäuser zum Abbau von Kapazitäten oder sogar zur vollständigen Schließung drängen könnte.
Brötel unterstützte zudem Warnungen des ADAC vor Kürzungen bei der Luftrettung. Er betonte, dass Hubschrauber ausschließlich für schwere Notfälle vorgesehen seien, nicht für Bagatellfälle. Angesichts schrumpfender Krankenhäuser auf dem Land würden diese Dienste jedoch noch wichtiger, um große Entfernungen in kürzester Zeit zu überbrücken.
Der DLT-Präsident machte deutlich, dass die Ausdünnung der medizinischen Versorgung in ländlichen Gebieten für die Bevölkerung längere Anfahrtswege bei Notfällen bedeuten würde. Dies wiederum würde den ohnehin schon stark beanspruchten Rettungshubschrauber-Teams zusätzliche Last aufbürden.
Die finanzielle Belastung durch die Reform könnte den Zugang zur Gesundheitsversorgung auf dem Land grundlegend verändern: Krankenhäuser müssten möglicherweise schließen, und die Luftrettung könnte die entstehenden Lücken kaum auffangen. Die Entscheidung des Bundestags im Juli wird zeigen, ob diese Pläne umgesetzt werden.






