Gewerkschafterin warnt: Deutsche Wirtschaft steckt nach sechs Jahren Stagnation in der Krise
Dora CichoriusGewerkschafterin warnt: Deutsche Wirtschaft steckt nach sechs Jahren Stagnation in der Krise
Yasmin Benner, eine führende Gewerkschaftsfunktionärin, hat gewarnt, dass die deutsche Wirtschaft nach sechs Jahren Stagnation in tiefen Schwierigkeiten steckt. Sie betonte die Notwendigkeit gezielter Industriepolitiken, um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes gegenüber den USA und China zu erhalten.
Bei ihren Ausführungen zu den wirtschaftlichen Herausforderungen wies Benner auch auf die täglichen Kämpfe der Beschäftigten hin, die mit explodierenden Mieten, Energiekosten und Lebensmittelpreisen zu kämpfen haben.
Die wirtschaftliche Lage Deutschlands bezeichnete sie als kritisch, da das Wachstum seit 2018 auf der Stelle trete. Um im globalen Wettbewerb vorne zu bleiben, müsse sich das Land auf Schlüsselsektoren wie grüne Stahlproduktion und Elektromobilität konzentrieren. Willkürliche Kürzungen bei Subventionen oder eine zu starke Streuung der Mittel würden das Problem nicht lösen, so Benner.
Sie forderte eine klare Industriestrategie mit deutlichen Prioritäten. Eine Zusammenarbeit mit der Bundesregierung sei möglich – allerdings nur, wenn die Investitionen zielgerichtet eingesetzt würden. Gleichzeitig machte Benner deutlich, dass ihre Gewerkschaft nicht die Rolle der Regierung übernehmen oder Koalitionsvereinbarungen neu verhandeln werde.
Ein fairer Wettbewerbsrahmen existiere in der Industriepolitik nicht mehr, betonte sie. Stattdessen müsse Deutschland entschlossen handeln, um seine Position als führende Industrienation zu verteidigen. Zudem setzte sie sich für stabile Industrie-Strompreise ein, um Unternehmen zu entlasten.
In der Gesetzgebung unterstrich Benner die Notwendigkeit einer klaren Trennung zwischen Regierungs- und Parlamentsverantwortung. Ihr Fokus bleibe darauf gerichtet, bessere Bedingungen für Beschäftigte zu schaffen, die unter dem finanziellen Druck steigender Lebenshaltungskosten leiden.
Benners Äußerungen deuten auf einen Vorstoß für strukturierte Industriepolitiken hin – statt auf pauschale finanzpolitische Maßnahmen. Ziel ist es, die deutsche Wirtschaft zu stärken und gleichzeitig die Lebenshaltungskrise für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu bewältigen. Ihre Haltung lässt Raum für Kooperation mit der Regierung, allerdings nur bei gezielten, wachstumsorientierten Investitionen.






