01 January 2026, 10:45

„Ginnheimer Spargel“ bleibt verwaist: 50 Millionen Euro für ein stummes Wahrzeichen

Ein Gebäude mit einem Turm, das auf dem Boden steht.

„Ginnheimer Spargel“ bleibt verwaist: 50 Millionen Euro für ein stummes Wahrzeichen

Frankfurts ikonischer „Ginnheimer Spargel“ bleibt seit 1999 geschlossen

Eine Machbarkeitsstudie schätzt die Kosten für die Sanierung des Bauwerks nun auf rund 50 Millionen Euro. Trotz seiner früheren Beliebtheit bleibt die Zukunft des Turms jedoch ungewiss – Grund sind Streitigkeiten über die Finanzierung und enge Fristen.

Der „Ginnheimer Spargel“, auch „Europa-Turm“ genannt, war einst ein bekanntes Wahrzeichen im Frankfurter Stadtteil Ginnheim. Wie viele Fernmeldetürme in Deutschland verfügte er ursprünglich über eine Aussichtsplattform und öffentliche Einrichtungen. Doch der technologische Wandel hat ihn ohne zahlende Mieter zurückgelassen, da Signale heute über Glasfaserkabel und Satelliten übertragen werden.

Der Turm befindet sich im Besitz der Stadt Frankfurt und des Bundes. Eine Zusage der Bundesregierung, die Hälfte der Sanierungskosten zu übernehmen – vorausgesetzt, das Land Hessen und die Stadt tragen die andere Hälfte –, kam bisher nicht voran. Die Verhandlungen über die Kostenverteilung stocken, eine Einigung ist nicht in Sicht. Gleichzeitig treiben strengere Sicherheitsvorschriften und der Bedarf an umfangreichen Modernisierungen die Instandhaltungskosten in die Höhe. Die DB Bahn, eine Tochter der Deutschen Telekom, die viele der deutschen Türme verwaltet, hat eine Wiedereröffnung des „Ginnheimer Spargels“ bereits ausgeschlossen. Diese Entscheidung fällt mit dem Auslaufen der Bundesförderung Ende 2025 zusammen.

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Andere Städte haben Lösungen gefunden: Die Türme in Hamburg und Dresden sollen bald wieder öffnen, wobei der Bund 50 Prozent der Kosten übernimmt. Doch Frankfurts Fall ist anders – hier haben sich Kommunen, Land und Bund noch nicht auf eine Finanzierungsvereinbarung geeinigt. Bundesweit sind nur noch vier Fernsehtürme für Besucher zugänglich: der Alexanderplatz-Turm in Berlin, der Rheinturm in Düsseldorf, der Florianturm in Dortmund und der Frauenkopfturm in Stuttgart.

Ohne Durchbruch in der Finanzierungsfrage wird der „Ginnheimer Spargel“ voraussichtlich nicht wiedereröffnet. Stadt, Land und Bund müssen ihre Differenzen bis zum Stichtag 2025 beilegen. Gelingt dies nicht, bleibt der Turm geschlossen – und Frankfurt verliert eines seiner historischen Wahrzeichen.