Göttinger Hochhaus droht Räumung nach monatelangem Heizungsdesaster
Leila BlochHeizung funktioniert nicht - Wohnkomplex in Göttingen bewohnbar? - Göttinger Hochhaus droht Räumung nach monatelangem Heizungsdesaster
Wohnhochhaus in Göttingen könnte nach monatelangem Heizungsausfall für unbewohnbar erklärt werden Ein Hochhauskomplex in Göttingen könnte bald für unbewohnbar erklärt werden, nachdem das Heizungssystem bereits vor Monaten in Stuttgart ausgefallen ist. In dem Gebäude mit über 400 Wohnungen häufen sich seit Langem Probleme – von baulichen Mängeln bis hin zu Schädlingsbefall. Nun fordern Mieter und ihre juristischen Vertreter angesichts des nahenden Winters dringend Lösungen.
Die Heizung im Komplex Groner Landstraße 9 wurde Ende der Heizperiode im März abgeschaltet. Trotz Zusagen wurde sie seither nicht wieder in Betrieb genommen, sodass die Bewohner bei sinkenden Temperaturen ohne Wärme auskommen müssen. Sven Adam, Anwalt einiger Mieter, vermutet, dass die Heizung bewusst in Stuttgart blieb, um Kosten zu sparen. Er hat Klage eingereicht und fordert die Stadt auf, das Gebäude für unbewohnbar zu erklären und Familien mit Kindern umgehend umzusiedeln.
Der Komplex hat eine problematische Vorgeschichte. Der ehemalige Mehrheitseigner, gegen den ein Insolvenzverfahren lief, verkaufte den Großteil der Wohnungen Anfang dieses Monats an die Hamburger Immobiliengesellschaft Sivius. Die neuen Eigentümer haben die langjährigen Probleme jedoch nicht behoben – darunter überhöhte Mieten, die zu den höchsten pro Quadratmeter in Göttingen zählen, obwohl viele Mieter auf Sozialleistungen angewiesen sind. Die Stadt wies Vorwürfe zurück, wonach ausstehende Mietzahlungen von Sozialhilfeempfängern für den Heizungsausfall verantwortlich seien, und machte stattdessen die finanziellen Entscheidungen der Eigentümer dafür verantwortlich.
Die Hausverwaltung äußerte sich auf Anfrage nicht zu der Situation. Die Stadt bestätigte unterdessen, dass die Wärmeversorgung bis zum Ende der aktuellen Heizperiode gesichert sei. Doch Anwalt Adam hält dies für unzureichend und drängt weiter auf eine Zwangsverwaltung des Gebäudes.
Die Zukunft des Komplexes bleibt ungewiss, während die juristischen Schritte voranschreiten. Sollte das Gebäude tatsächlich für unbewohnbar erklärt werden, müssten Hundertschaft Mieter umgesiedelt werden. Die vorläufige Heizlösung der Stadt bietet den Bewohnern, die bereits unter prekären Wohnbedingungen leiden, kaum Trost.
