Grenznahe Handynutzer in Baden-Württemberg zahlen hohe Schweizer Roaming-Gebühren
Dora CichoriusGrenznahe Handynutzer in Baden-Württemberg zahlen hohe Schweizer Roaming-Gebühren
Handynutzer in Süddeutschland zahlen nahe der Schweizer Grenze unerwartet hohe Gebühren, wenn ihre Geräte sich in Schweizer Mobilfunknetze einwählen. Besonders betroffen ist Baden-Württemberg, wo das Problem am stärksten auftritt. Nun fordern lokale Politiker eine Lösung – trotz der Weigerung der Schweiz, sich den EU-Roaming-Regeln anzuschließen.
Das Verbraucherzentrum Baden-Württemberg warnt seit Langem vor der "Schweizer Kostenfalle". Anwohner und Reisende in Grenznähe erleben immer wieder, dass ihre Handys automatisch in Schweizer Netze wechseln – mit teuren Folgen. Da die Schweiz nicht am EU-Programm "Roam like at Home" teilnimmt, das Gebühren innerhalb des Blocks deckelt, bleiben Nutzer auf den hohen Kosten sitzen.
Abgeordnete der FDP im Landtag von Baden-Württemberg haben nun einen formellen Antrag eingebracht. Sie verlangen, dass die Behörden das Ausmaß des Problems untersuchen und mögliche Lösungsansätze prüfen. Angesichts der engen wirtschaftlichen und kulturellen Verbindungen zwischen der Region und der Schweiz ist die Frage besonders drängend.
Doch eine Lösung gestaltet sich schwierig: Der Schweizer Bundesrat lehnte kürzlich einen Parlamentsvorschlag ab, dem EU-Roaming-System beizutreten. Deutsche Politiker bestehen dennoch auf eine Regelung – notfalls durch bilaterale Verhandlungen mit Bern.
Solange die Schweiz sich nicht dem EU-Roaming-Rahmen anschließt, drohen Grenzregionen weiter unkalkulierbare Kosten. Mit ihrem Antrag will die baden-württembergische Landesregierung die Behörden zum Handeln drängen. Doch die ablehnende Haltung der Schweizer Regierung lässt das Problem vorerst ungelöst.
