29 December 2025, 17:55

Grüne scheitern mit Pflichtdienst-Plan – Debatte geht weiter

Kleine grüne Pflanzen treiben im Teichwasser.

Grüne scheitern mit Pflichtdienst-Plan – Debatte geht weiter

Die Basismitglieder der Grünen haben einen Vorschlag für einen verpflichtenden grünen Dienst abgelehnt. Der von dem bayerischen Abgeordneten Niklas Wagener eingebrachte Antrag hätte junge Männer und Frauen bis 28 Jahre verpflichtet, ein Jahr Militär- oder Zivildienst zu leisten. Wagener präsentierte dies als Maßnahme zur Stärkung der demokratischen Widerstandsfähigkeit, Kritiker hingegen sahen darin einen Angriff auf die persönliche Freiheit.

Der abgelehnte Plan stammte von Wagener, einem Grünen-Abgeordneten aus Bayern, und wurde von 89 Parteimitgliedern unterstützt. Er sah ein universelles Dienstmodell vor, das den Teilnehmenden die Wahl zwischen militärischer und grüner Tätigkeit gelassen hätte. Doch der Vorschlag scheiterte bereits in der vor der Parteitagung durchgeführten Online-Abstimmung an zu geringer Unterstützung.

Auch ein weiterer Antrag der Grünen-Abgeordneten Sara Nanni fand keine Mehrheit. Ihr Vorstoß zielte stattdessen auf ein freiwilliges grünes Dienstprogramm ab. Nanni bezeichnete ihre Idee als eine „grüne Antwort auf eine zunehmend absurde und ideologisch geführte Debatte“ über die Wehrpflicht. Die Kritik aus den eigenen Reihen ließ nicht lange auf sich warten. Henriette Held, die neu gewählte Co-Sprecherin der Grünen Jugend, wies den Vorschlag eines Pflichtdienstes als einen „massiven Eingriff in unsere Selbstbestimmung“ zurück. Dennoch sorgte ein Änderungsantrag dafür, dass das Thema auf dem anstehenden Parteitag in Hannover weiter diskutiert wird. Wagener äußerte sich frustriert, dass eine Verfahrensfrage verhinderte, dass sein Antrag zum zentralen Thema der Bundesdelegiertenkonferenz wurde. Dennoch verteidigte er die Initiative und argumentierte, ein Jahr grüner Dienst würde die Demokratie stärken. Bemerkenswerterweise unterstützte der linke Grünen-Politiker Anton Hofreiter den Antrag – obwohl Wagener dem realpolitischen Flügel der Partei angehört.

Die Debatte über den grünen Dienst wird auf dem Parteitag in Hannover fortgesetzt, auch wenn bisher keine konkrete Führungspersönlichkeit der Grünen aus der Region für das Thema benannt wurde. Da sowohl der verpflichtende als auch der freiwillige Vorschlag abgelehnt wurden, bleibt die Haltung der Partei zur Wehrpflicht vorerst ungeklärt. Die Zukunft eines grünen Dienstes in Deutschland ist damit vorerst ungewiss.

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